Ausgabe Mai 2010

Die Reformpädagogik als internationale Bewegung

Ethos der Erziehung: Der Streit um die Reformpädagogik

In der anhaltenden Debatte um den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Schülern und Schülerinnen an der Odenwaldschule ist auch der Nestor der deutschen Erziehungswissenschaften Hartmut von Hentig in die Kritik geraten (aufgrund seiner verharmlosenden Äußerungen zum Missbrauch von Schülern durch seinen Lebenspartner Gerold Becker, den langjährigen Leiter der Odenwaldschule). Bereits zu Beginn des Jahres, vor Aufflammen der Missbrauchsdebatte, zog Hentig in einem begeistert aufgenommenem Vortrag im Stuttgarter Neuen Schloss eine Bilanz seines pädagogischen Wirkens (der Berichterstatter der „Süddeutschen Zeitung“, Tanjev Schulz, sprach gar von einer „reinigenden pädagogischen Messe“, vgl. SZ vom 30.1.2010). Wir präsentieren Hentigs Ausführungen, in denen er jene zehn Elemente vorstellt, die für ihn das Ethos der Erziehung ausmachen.
Anschließend setzt sich Hentigs Kollege, „Blätter“-Mitherausgeber Micha Brumlik, in einer kritischen Betrachtung des Textes insbesondere mit dessen Auslassungen und Andeutungen zum „pädagogischen Eros“ auseinander.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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