Der von einer großen Mehrheit getragene Beschluss des Bundestages, bis 2022 aus der Atomkraft auszusteigen, zeigt, dass ökologische Forderungen heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Bei aller berechtigten Freude über diesen Sieg der Umweltbewegung gerät jedoch in den Hintergrund, dass mit Blick auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und ökologische Politik nach wie vor kein gesellschaftlicher Konsens besteht. Im Gegenteil: In der Nachhaltigkeitsdebatte zeichnet sich derzeit ein Schisma ab – eine fundamentale Spaltung zwischen dem Lager der Effizienzrevolutionäre und Technikoptimisten und dem der Protagonisten der Suffizienz und des Kulturwandels.
(aus: »Blätter« 8/2011, Seite 63-70)
Themen: Ökologie, Kapitalismus und Kultur