Ausgabe August 2011

Ukraine: Die Oligarchen-Republik

Als die Sowjetunion zerfiel, erklärte sich die Ukraine am 24. August 1991 für unabhängig. Heute, genau 20 Jahre später, sind die Nachfolgestaaten der einstigen Weltmacht in drei Gruppen geteilt: Einige Staaten, wie beispielsweise Estland, schlugen den Weg in die EU ein; andere, wie Turkmenistan, mutierten zu orientalischen Despotien. In etlichen Ländern, darunter die Ukraine, war die Zivilgesellschaft indes stark genug, um nicht vollständig unterdrückt zu werden; zugleich war sie allerdings zu schwach, eine bürgerliche Demokratie zu erkämpfen.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte nahm in der bis dahin weitgehend homogenen sowjetischen Gesellschaft die soziale Ungleichheit dramatisch zu. Deren Auswirkungen sind heute insbesondere in der Ukraine zu spüren: Obwohl die dortige Wirtschaft gegenwärtig anscheinend wieder wächst, ist die Lage immer noch desolat – auch wenn die lebendige Metropole Kiew auf den ersten Blick einen anderen Eindruck hinterlässt.

Potemkinsche Dörfer

Die Ursachen für die ökonomische Misere sind vielfältig: Der wichtigste Investor des größten vollständig in Europa liegenden Flächenstaates ist derzeit die kleine Insel Zypern. Der Grund ist ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen, das tatsächlich jegliche Besteuerung verhindert.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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