Ausgabe März 2011

Das arabische „1989“

Die anhaltenden Demonstrationen in der arabischen Welt haben die Region bereits heute grundlegend verändert, wenn auch die weiteren Entwicklungen derzeit noch nicht absehbar sind. Die „Blätter“ diskutieren Chancen und Risiken der Bewegung in den am stärksten betroffenen Ländern. Zunächst vermittelt Mohammed Bamyeh einen unmittelbaren Eindruck der Proteste in Kairo (Übersetzung aus dem Englischen: Katrin Sieg). Anschließend analysiert Cilja Harders die Hintergründe der ägyptischen Demokratiebewegung, bevor Werner Ruf den Blick auf die Ursprünge der Revolution in Tunesien richtet und nach deren möglicher Ausbreitung in andere Maghreb-Staaten fragt. Jens Heibach diskutiert den Charakter der – im Vergleich mit Tunesien und Ägypten – völlig anders gearteten Demokratiebewegung im Jemen. Abschließend warnt Rami G. Khouri (Übersetzung aus dem Englischen: Karl D. Bredthauer) nicht zuletzt angesichts des Versagens der westlichen Regierungen vor einer allzu optimistischen Einschätzung der weiteren Entwicklung, speziell in Ägypten. – D. Red.

 

Die Bilder aus Ägypten und Tunesien bewegen die ganze Welt. Der Ruf der Frauen und Männer nach „Freiheit, Menschlichkeit, Würde, Gerechtigkeit!“ ist eine Forderung, die über alle ideologischen und kulturellen Gräben hinweg verstanden wird.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (3.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

von Simone Schlindwein

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.