Ausgabe Mai 2011

Ehrenamt: Freiwillig zu Diensten?

2011 ist das „Europäische Jahr der Freiwilligkeit“, und die Politik in der Bundesrepublik wird nicht müde, das soziale, ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung zu beschwören. Mit dem Ende der Wehrpflicht wird nun auch noch ein neuer Bundesfreiwilligendienst ins Leben gerufen. Das wohlfeile Lob des Ehrenamts kritisiert Claudia Pinl

„Wir brauchen eine neue Kultur der Freiwilligkeit“, fordert Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Rettungsdienst bei der Bergwacht, Aufsicht in der Stadtteilbibliothek, Hausmeisterdienst im Altenheim, Besuchsdienste in Krankenhäusern und Heimen – Freiwilligenarbeit trägt in fast allen gesellschaftlichen Bereichen zur Funktionsfähigkeit des Ganzen bei. Ohne die Menschen, die sich in Deutschland ohne Erwerbsabsicht für andere einsetzen, wäre die Gesellschaft ein Ort großer sozialer Kälte; viele uns selbstverständlich erscheinende Einrichtungen und Dienstleistungen gäbe es nicht.

Rund 23 Millionen, ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahren, sind hierzulande ehrenamtlich tätig, von ein paar Stunden pro Jahr bis zu vielen Stunden in der Woche. In manchen EU-Ländern ist ihr Anteil sogar noch höher; dabei ragt Schweden mit etwa 50 Prozent engagierter Erwachsener besonders heraus.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema Sozialpolitik

Gesundheitsreform: Die Zeche zahlen die Bedürftigsten

von Ulrike Baureithel

»Historisch« und eine »große Kraftanstrengung«, nannte es Friedrich Merz Ende April unmittelbar nach der Kabinettsklausur, als er mit Gesundheitsministerin Nina Warken die Reform der Gesetzlichen Krankenkasse vorstellte. Gemessen an Warkens Augenpartie stimmt zumindest letzteres für sie.