Ausgabe April 2013

Die BRIC-Staaten: Weltkonjunktur am seidenen Faden

Das Jahr 2013 hat gute Chancen, in die Wirtschaftsgeschichte einzugehen. Erstmals seit Beginn der europäischen Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts übersteigt das Produktionsvolumen der sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländer wieder jenes der „Triade“, also Nordamerikas, Westeuropas und Japans. Glaubt man den Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) liegt der Anteil der 35 „entwickelten“ Länder, inklusive der vier asiatischen „Tigerstaaten“, an der weltweiten Bruttoproduktion nur noch bei etwa 49 Prozent.[1]

Die 2008 einsetzende Wirtschaftskrise hat den seit den 1990er Jahren sichtbaren wirtschaftlichen Aufholprozess der ehemaligen „Peripherie“ beschleunigt. Die Schwellen- und „Entwicklungsländer“ haben die Auswirkungen der Krise zwar ebenfalls zu spüren bekommen, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Zudem erholen sich ihre Wirtschaften dynamischer.

Definiert man den wirtschaftlichen Einbruch seit 2008 als „große Krise“[2], die strukturelle Veränderungen der Weltwirtschaft befördert, so fällt zumindest ein großer Unterschied zu den vorangegangenen großen Krisen des 20. Jahrhunderts um 1929 und 1973 auf: Damals waren die Folgen in den Kolonien bzw.

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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