Ausgabe April 2013

Die Stunde der grünen Ingenieure

Eine Wasserwaage ist im Gleichgewicht.

Bild: Helgi / photocase.com

Glaubt man den Verfechtern der Energiewende, einem der größten Infrastrukturprojekte der Gegenwart, schlägt nun die Stunde der Ingenieure, die dieses Herkulesprojekt im Wesentlichen verwirklichen sollen. Denn diese Wende erfordert einen gewaltigen Einsatz an Technik: erneuerbare Energie und Effizienzsteigerung, Speichertechnologie und Leitungsbau, Blockheizkraftwerke und Solarparks, Geothermie und Photovoltaik, Elektrofahrzeuge und intelligente Mobilitätsdienstleistungen, Offshore-Windanlagen und Biomasseheizkraftwerke. Der Technikeinsatz wird dabei nicht nur punktuell erfolgen, sondern auf Jahre und Jahrzehnte, und das wiederum nicht nur in Mitteleuropa, sondern rund um den Globus. Ohne Ingenieure bliebe die Energiewende bloß ein grüner Traum, und es ist eine schöne Ironie, dass die Grünen, die das in einer eher technophoben Phase angestoßen haben, einen derart mächtigen Schub für technophile Berufszweige ausgelöst haben.

Die Arbeitsmarktlage stützt den Optimismus, jedenfalls auf den ersten Blick: Ingenieure werden seit Jahren dringend gesucht, gute Absolventen werden teilweise schon vor dem Diplom umworben und angeheuert. Bei Energie- und Elektrotechnik sowie im Anlagenbau zahlt man hohe Anfangsgehälter, rasche Aufstiege sind in Sicht, gute Arbeitsbedingungen und soziale Absicherungen garantiert.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Kunst der Bricolage

von Frank Adloff

Der Ausweg aus der dramatischen Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität muss ein schrittweises Handeln sein, das ökologische Modernisierung und radikalen Systemwandel gleichzeitig verfolgt.