Ausgabe Februar 2013

Vom Klassenkampf zum Wettbewerbskorporatismus

Die Große Transformation der Gewerkschaften

Die politischen Klassenorganisationen, also die proletarischen Parteien, sind im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts entweder in eine tiefe Krise geraten oder haben sich faktisch aufgelöst (so die einst großen kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien). Die sozialdemokratischen Parteien, die noch immer eine gewisse Bindung zumindest an die Wähler aus der Arbeiterklasse bewahrt haben, verwandelten sich dagegen in Agenturen des marktradikalen Neoliberalismus (New Labour, Blair-Schröder-Papier).[1] Gewerkschaften waren und sind dagegen kaum in der Lage, an Stelle der politischen Organisationen gleichsam autonom im politischen Raum zu wirken. In der Regel reflektiert die Struktur der Gewerkschaften als Richtungs- und/oder Berufs- und Branchenverbänden vielmehr auch die politische und professionelle Fragmentierung der Lohnarbeiter-Interessen.

In der Bundesrepublik Deutschland war der Neuaufbau der Gewerkschaften nach Faschismus und Krieg durch die Entscheidung für die Einheitsgewerkschaft und den Zusammenschluss von Industrieverbänden unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) geprägt.

Sie haben etwa 2% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 98% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema