Ausgabe Juli 2013

Der große Unzeitgemäße

Zur bleibenden Aktualität Max Horkheimers

Wenn heute von der Gründergeneration der Kritischen Theorie die Rede ist, taucht der Name Theodor W. Adornos stets an erster Stelle auf, deutlich vor dem seines Mitstreiters Max Horkheimer. Auch hinsichtlich ihrer Wirkungen zeichnen sich deutliche Differenzen zwischen den beiden Protagonisten der Frankfurter Schule ab: Während Adornos vielfältige, nicht zuletzt auch die moderne Literatur- und Musiktheorie umspannenden Arbeiten bis heute eine weltweite Rezeption erfahren, kann mit Blick auf Horkheimer Vergleichbares kaum behauptet werden. Dabei war Max Horkheimer der unbestrittene Begründer und Organisator jenes Kreises hervorragender Wissenschaftler, doch blieb sein eigenes Forschungsfeld im Wesentlichen auf Sozialphilosophie und Soziologie beschränkt.

Die lebenslange Symbiose der beiden, dokumentiert durch das 1947 erschienene gemeinsame Werk „Dialektik der Aufklärung“, ist auch insofern bemerkenswert, als es sich bei ihnen um recht unterschiedliche Charaktere handelt. Im Gegensatz zu Adorno war der Stil der Horkheimerschen Arbeiten von einem nüchternen Realismus gekennzeichnet, der sich biographisch erklären lässt: Horkheimers Jugend begann mit einer mehrjährigen kaufmännischen Lehre.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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