Ausgabe Juli 2013

Die mühsame Dialektik des humanen Fortschritts 


Ob der Krieg in Libyen, die steigende Zahl von Konflikten im globalen Süden oder die infolge kriegerischer Auseinandersetzungen wachsende Schar von UN-Mitgliedstaaten (etwa nach dem Zerfall Jugoslawiens oder Sudans) – all diese Beispiele zeigen: In den mehr als 20 Jahren seit dem Ende der Bipolarität ist die Welt keineswegs friedlicher geworden.

Die jetzt vorliegende Neuauflage des zuerst 1994 im Nomos-Verlag erschienenen Monumentalwerks „Völkerrecht und Machtpolitik in den internationalen Beziehungen“ der beiden Staats- und Völkerrechtler Norman Paech und Gerhard Stuby trägt diesem Umstand Rechnung. Die Autoren haben die jüngeren Entwicklungen des internationalen Systems in ihr anspruchsvolles Werk eingearbeitet; endlich liegt ihre Arbeit in einer erweiterten und aktualisierten Fassung vor. Erschienen ist sie im VSA-Verlag.

Zentrales Anliegen dieses lehrbuchartig angelegten Werkes ist die Frage nach Krieg und Frieden, nach friedlicher Konfliktregelung, die immer und zuerst auch eine Frage nach dem Recht ist. Der thematische Bogen reicht von den Anfängen der Entwicklung des Völkerrechts im Römischen Imperium über die ersten Völkerrechtslehrer wie Augustinus und Thomas von Aquin bis in die von Hugo Grotius begründete Moderne und von dort in die unmittelbare Gegenwart.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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