Ausgabe Mai 2013

Transformation tut Not: Zwölf Jahre Weltsozialforum

Was waren das für Zeiten, als die internationalen bürgerlichen Leitmedien noch weiträumig über das Weltsozialforum (WSF) berichtet haben! Seit das WSF zum ersten Mal im Jahr 2001 im brasilianischen Porto Alegre stattfand, hat das einst breite öffentliche Interesse deutlich abgenommen. Dennoch erfüllt das Forum, seinen vielen Problemen zum Trotz, weiterhin einige wichtige Funktionen.

Am diesjährigen elften Treffen, das inzwischen nur noch alle zwei Jahre stattfindet, nahmen immerhin wieder etwa 50 000 Menschen teil. Durch die Wahl des Ortes Tunis wollten die Veranstalter einen Bezug zu den jüngsten Demokratiebewegungen in Nordafrika und dem Nahen wie Mittleren Osten, als deren Teil sich der WSF-Prozess versteht, herstellen. Die Besucher stammten denn auch vor allem aus Tunesien selbst, aber auch aus dem weiteren Nordafrika, Europa und Lateinamerika.

Der Vorbereitungsprozess wurde von einem breiten Spektrum vor allem tunesischer Organisationen getragen – insbesondere vom tunesischen Gewerkschaftsdachverband, der Menschenrechtsliga und dem Verband der arbeitslosen Akademikerinnen und Akademiker.

In den fast tausend Veranstaltungen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mögliche Alternativen zu herrschenden gesellschaftlichen Entwicklungen.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

von Simone Schlindwein

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.