Ausgabe Mai 2013

Transformation tut Not: Zwölf Jahre Weltsozialforum

Was waren das für Zeiten, als die internationalen bürgerlichen Leitmedien noch weiträumig über das Weltsozialforum (WSF) berichtet haben! Seit das WSF zum ersten Mal im Jahr 2001 im brasilianischen Porto Alegre stattfand, hat das einst breite öffentliche Interesse deutlich abgenommen. Dennoch erfüllt das Forum, seinen vielen Problemen zum Trotz, weiterhin einige wichtige Funktionen.

Am diesjährigen elften Treffen, das inzwischen nur noch alle zwei Jahre stattfindet, nahmen immerhin wieder etwa 50 000 Menschen teil. Durch die Wahl des Ortes Tunis wollten die Veranstalter einen Bezug zu den jüngsten Demokratiebewegungen in Nordafrika und dem Nahen wie Mittleren Osten, als deren Teil sich der WSF-Prozess versteht, herstellen. Die Besucher stammten denn auch vor allem aus Tunesien selbst, aber auch aus dem weiteren Nordafrika, Europa und Lateinamerika.

Der Vorbereitungsprozess wurde von einem breiten Spektrum vor allem tunesischer Organisationen getragen – insbesondere vom tunesischen Gewerkschaftsdachverband, der Menschenrechtsliga und dem Verband der arbeitslosen Akademikerinnen und Akademiker.

In den fast tausend Veranstaltungen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mögliche Alternativen zu herrschenden gesellschaftlichen Entwicklungen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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