Ausgabe Oktober 2013

Das Recht auf Enthüllung

Warum wir Whistleblower brauchen

Die beste Informationsquelle über öffentliche Verschwendung, Betrügerei und Täuschung ist regelmäßig ein öffentlicher Angestellter, der zu öffentlicher Integrität verpflichtet und aussagebereit ist. Solch mutiges und patriotisches Handeln, das manchmal Leben und häufig die Dollars der Steuerzahler retten kann, sollte angeregt und nicht unterdrückt werden.“[1] Mit diesen Worten bekannte sich US-Präsident Barack Obama im Jahr 2008 vollmundig zur Unterstützung des Whistleblowings. Doch offenbar, das lehren die jüngsten Enthüllungen durch Edward Snowden, gilt dies nur solange, wie sich das Whistleblowing nicht gegen die Logik des Überwachungsstaates wendet. Dabei ist es mittlerweile unbestritten, dass Whistleblowing Rechtswidrigkeiten und gesellschaftliche Missstände wirksam ins öffentliche Bewusstsein rücken kann – und zwar über staatliche Grenzen hinaus. Griff das klassische Whistleblowing noch vornehmlich auf Printmedien im nationalen Diskussionsrahmen zurück, entfaltet das Whistleblowing des 21. Jahrhunderts spätestens seit den Enthüllungen des WikiLeaks-Sprechers Julian Assange, des WikiLeaks-Informanten Bradley Manning und des US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden weltweit seine Kraft.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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