Thema Europa

Endspiel gegen Europa: Trump und Putin, Orbán und die AfD

Wer noch eines Beweises bedurfte, dass Donald Trumps Agieren gegen die Regierung von Wolodymyr Selenskyj nicht nur der Ukraine, sondern Europa insgesamt gilt, hat ihn dieser Tage erhalten. Mit der neuen National Security Strategy der USA wird manifest, dass wir es mit einem Epochenbruch zu tun haben, der wohl nur mit dem von 1989 vergleichbar ist.

Ukraine: Zwischen Korruption und Diktatfrieden

Anfang Dezember herrschte rege Pendeldiplomatie, während die Bombardierung ukrainischer Städte und die russischen Vorstöße an der Front unvermindert weitergingen. Völlig unklar ist, ob der im November bekannt gewordene US-»Friedensplan« auch nur zu einem Waffenstillstand führen kann.

Vom Einsturz zum Aufbruch: Die Protestbewegung in Serbien

Rund 110 000 Menschen füllen am 1. November die Fläche vor dem Hauptbahnhof in Novi Sad, um der Opfer zu gedenken, die ein Jahr zuvor unter dem einstürzenden Vordach starben. Für die seit Monaten Protestierenden steht der Einsturz nicht für ein bauliches, sondern für ein politisches und gesellschaftliches Versagen: ein sichtbares Symbol für Korruption und ein zunehmend autokratisches System.

Der Kampf um Grönland: Versöhnung als Geopolitik

Die Stadt Karlsruhe könnte schon bald vor einem Dilemma stehen. Im Januar 2025 zeichnete sie ihren langjährigen Stadtvertreter Tom Høyem (FDP) mit der Ehrenmedaille aus. In den 1980er Jahren war der gebürtige Däne, mittlerweile auch deutscher Staatsbürger, Dänemarks letzter Minister für Grönland – ein Amt aus der Kolonialzeit.

Moldau und Rumänien: Zwei Niederlagen für den Kreml

Gleich zwei Wahlen in Südosteuropa hat Russland zuletzt zu beeinflussen versucht: in der Republik Moldau und in Rumänien. Beide Male haben sich die demokratischen Kräfte behaupten können, wenn auch unter Mühen. Wie kamen diese Erfolge zustande – und was ließe sich aus ihnen lernen?

Georgien: EU-Kandidat auf Autokratiekurs

Als die Europäische Kommission Anfang November 2025 ihren jährlichen Erweiterungsbericht vorstellte, fiel das Urteil über Georgien ungewöhnlich scharf aus. Die Erweiterungskommissarin Marta Kos sprach von einem Beitrittskandidaten „in name only“ – nur dem Namen nach. Das Land, das einst als demokratischer Hoffnungsträger der Östlichen Partnerschaft galt, habe in nahezu allen Bereichen der Rechtsstaatlichkeit und politischen Teilhabe schwere Rückschritte erlitten.

Von der Ukraine lernen: Verhaltenslehren des Widerstands

Es geschieht das Ungeheuerlichste: Unter unseren Augen werden ukrainische Städte Tag für Tag, Nacht für Nacht von russischen Raketen beschossen, und Europa scheint nicht in der Lage oder nicht willens, sie zu schützen. Fassungslos waren wir Zeugen des mörderischen Pogroms der Hamas am 7. Oktober 2023 und der Verwandlung Gazas in ein Schlachtfeld mit Abertausenden von Opfern unter der Zivilbevölkerung. Von den apokalyptischen Szenarien des Bürgerkriegs im Sudan nimmt die Welt kaum Notiz. 

Mit der Bürgerbahn aus dem Bahndesaster

Es war ein Tag für die Geschichtsbücher: 200 Jahre, nachdem ab 1825 im Nordosten Englands die ersten Züge verkehrten, lief am 25. Mai 2025 der seit langer Zeit erste wiederverstaatlichte Zug von London Waterloo in das südenglische Städtchen Shepperton ein. Seine Waggons waren mit der britischen Flagge und dem Logo „Great British Railways: coming soon“ geschmückt.

Verbrecherische Komplizen: Libyen und die EU

Es war ein Tiefpunkt in der Geschichte der Seenotrettung: 20 Minuten lang beschoss am 24. August ein Patrouillenboot der libyschen Küstenwache die Ocean Viking, ein Rettungsschiff der Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée.

Von Milošević zu Trump: Die bosnische Tragödie und der Verrat an den Bürgerrechten

Es herrschte keine Freude bei der bosnisch-herzegowinischen Regierungsdelegation am 22. November 1995 auf dem Wright-Patterson-Luftwaffenstützpunkt in Dayton. Eben hatte sie dem Friedensabkommen mit der Bundesrepublik Jugoslawien, die noch aus Serbien und Montenegro bestand, und Kroatien zugestimmt, doch sie fühlte sich betrogen.

Nach der Pride und vor der Wahl: Ungarn ohne Orbán?

Am 28. Juni erlebte Budapest etwas, was Ministerpräsident Viktor Orbán um jeden Preis verhindern wollte: den größten Protestmarsch in der Geschichte Ungarns. Was als „30. Budapest Pride“ geplant war, verwandelte sich in eine machtvolle Demonstration gegen das autoritäre Regime.

Der Preis der Freiheit: Politische Gefangene in Belarus

Es war eine große Überraschung für weite Teile der internationalen Gemeinschaft: Am 21. Juni ließ das belarussische Regime 14 politische Gefangene frei. Unter ihnen befand sich Siarhei Tsikhanouski, der 2020 verhaftet wurde, um seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen zu verhindern.