Ausgabe Juni 2003

Auf dem Weg zur Anerkennung

Die Schiiten im Irak und ihre Rolle beim politischen Wiederaufbau

Anders als bislang vermutet, ist die irakische Gesellschaft unter dem brutalen Terrorregime Saddam Husseins nicht gänzlich "pulverisiert" worden: Nicht nur hatte sich die kurdische Gesellschaft im Nordirak unter dem Schutz der von den USA und Großbritannien militärisch gesicherten Flugverbotszone regenerieren können; die jüngst massenhaft begangenen rituellen Festlichkeiten der Schiiten im Südirak dokumentieren eine Vitalität religiöser Strukturen und Befindlichkeiten, die nach den über zwei Jahrzehnten systematischer Unterdrückung und Vernichtung nicht zu erwarten gewesen war. Ein künftiges unabhängiges politisches System im Irak wird das Wiedererstarken religiöser Orientierung im öffentlichen Raum in einer angemessenen politischen Repräsentanz der Schiiten in der Zentralregierung widerspiegeln. Aus Gründen, die im Folgenden dargelegt werden, ist es gleichwohl unwahrscheinlich, dass dies in eine Semi-Theokratie nach iranischem Vorbild mündet.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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