Ausgabe April 2006

Volksfront im Himalaya

Weitgehend unbeachtet von der internationalen Öffentlichkeit kämpfen seit nunmehr zehn Jahren maoistische Aufständische gegen Nepals Monarchie. Anfangs auf vereinzelte Kommandoaktionen im Hinterland beschränkt, hat sich der Konflikt zu einer der größten Menschenrechtskatastrophen in Asien entwickelt: 13000 Menschen wurden getötet, nirgendwo auf der Welt „verschwinden“ derzeit mehr Menschen als in dem Himalayaland. Die Aufständischen kontrollieren inzwischen weite Teile der ländlichen Regionen; in vielen Distrikten befinden sich nur noch die Kasernen in Regierungshand.

Jüngst sind die Fronten in dem Konflikt jedoch stark in Bewegung geraten. Dies liegt in erster Linie an der überraschenden ideologischen Öffnung der maoistischen Aufständischen, die sich im Februar zur Mehrparteien-Demokratie bekannten – ein geradezu sensationeller Schritt für eine Partei, die Mitglied im Revolutionary Internationalist Movement, eine Art maoistische Internationale, ist. Dadurch eröffnen sich nunmehr Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien Nepals, die ebenfalls an einem Ende der autokratischen Herrschaft von König Gyanendra interessiert sind.

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