Ausgabe September 2015

Kurzgefasst

Jayati Ghosh: Eine andere Welt ist möglich! Vom Krisenkapitalismus zur neuen Solidarität, S. 37-44

Allen Anzeichen nach steuert die Weltwirtschaft auf eine schwere Krise, bestenfalls auf eine Stagnation zu. Die indische Ökonomin Jayati Ghosh plädiert daher für einen radikalen Paradigmenwechsel: Gegen den Krisenkapitalismus hilft eine globale Sozialpolitik, die die Rechte aller Bürger sowie nachhaltiges Wachstum sichert.

Björn Blaschke: The New Middle Beast. Saudi-Arabien vs. Iran: Der Kampf um die Vorherrschaft im Mittleren Osten, S. 45-53

Der Nahe und Mittlere Osten wirkt derzeit wie eine gefährliche Bestie, die von der Leine gelassen wurde. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Rivalität zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, analysiert der Journalist Björn Blaschke. Er ist überzeugt: Nur wenn Riad und Teheran zu einer neuen Form der Koexistenz finden, wird es auch ein Ende der Gewalt geben.

Jean-Claude Michéa: Die Metamorphose des Liberalismus. Vom Reich des kleineren Übels zur schönen neuen Welt, S. 54-60

Einst versprach der Liberalismus, den Bürgerkrieg aus der modernen Welt zu verbannen. Doch diese Mäßigung, so der französische Philosoph Jean-Claude Michéa, hat er längst abgelegt. Stattdessen ist der Liberalismus zur Heilslehre verkommen, die den „neuen Menschen“ schaffen will.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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