Zum 70. Geburtstag der »Blätter« in diesem Jahr verstärken wir unseren Herausgeberkreis mit neuen Köpfen. An dieser Stelle freuen wir uns sehr, die acht neuen Herausgeberinnen und Herausgeber vorstellen zu dürfen.
Startseite der »Blätter«
Der Durchbruch der Rechtsextremen und der Kampf um die Demokratie
Auf der »Blätter«-Feier diskutierten Steffen Mau und Oliver Nachtwey die innenpolitische Lage nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
15 Jahre NSU-Selbstenttarnung: Zu viele offene Fragen, zu wenig Konsequenzen
Am 4. November liegt die öffentliche Selbstenttarnung des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der mindestens zehn Menschen ermordete, genau 15 Jahre zurück. Von der versprochenen Aufklärung über Hintergründe wie staatliche Verstrickungen kann nach wie vor keine Rede sein.
Aktuelle Ausgabe November 2026
In der November-Ausgabe diskutieren Steffen Mau und Oliver Nachtwey über den Durchmarsch der Rechtsextremen und den Kampf um die Demokratie in Deutschland. Über den Zustand der US-Demokratie vor den Zwischenwahlen und die Herausforderungen für ein demokratisches Europa in einer unfriedlichen Welt debattieren Claus Leggewie und Christina Morina – beide Gespräche moderiert von Tamara Tischendorf. Während Merle Groneweg Chinas ambivalente Rolle in der internationalen Klimapolitik analysiert, skizziert Winfried Hermann neue, nachhaltige Wege aus der Autokrise. Nick Reimer wiederum warnt vor den drohenden Folgen des durch die globale Erwärmung verschärften Wetterphänomens El Niño. Manuel Atug erläutert, wie sich die kritische Infrastruktur vor wachsenden Bedrohungen effektiv schützen ließe – auch ohne immer mehr Überwachung. Leon Oelschläger beleuchtet die ethischen und völkerrechtlichen Folgen der rasanten KI-Aufrüstung. Simone Schlindwein beobachtet, wie die Daten afrikanischer Bürger zur Währung werden, um für internationale Hilfe zu bezahlen. Heike Kleffner sieht die Bundesrepublik, 15 Jahre nach der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds, von einer echten Aufklärung des NSU-Komplexes noch weit entfernt. Und Antje Schrupp setzt ihre Hoffnung im Kampf gegen rechts auf die Frauen – und plädiert für eine Kultur der weiblichen Differenz.
Hoffnung auf die Frauen
Rechtsextreme Parteien haben das Thema »Gender« zu einem ihrer zentralen Kampffelder erkoren, während an den Spitzen der Politik wieder Männer dominieren. Zugleich aber driften die politischen Präferenzen der Geschlechter mehr und mehr auseinander und es sind vor allem Frauen und Feminist:innen, die die Demokratiebewegungen von heute prägen.
Sexualisierte Kriminalität: Die deutschen Herren Pelicot
Es war das bisher größte Verfahren wegen Vergewaltigungen unter Betäubung in Deutschland: Frank S., soll zwischen 2016 und 2022 14 Frauen, die er auf Datingplattformen kennenlernte, betäubt und vergewaltigt haben.
Frauenschutz in Gefahr: 15 Jahre Istanbul-Konvention
Vor rund 15 Jahren unterzeichneten 13 Staaten die Istanbul-Konvention, die Mädchen und Frauen vor Gewalt schützen soll. Mittlerweile gehören dem völkerrechtlichen Vertrag 45 Staaten an – eigentlich ein Grund zum Feiern. Doch der Widerstand gegen die Konvention wächst.
El Niño: Wenn das Christkind zur Bestie wird
Die Weltorganisation für Meteorologie warnt vor einem Super-El Niño: Wetterextreme werden bis zum Februar Volkswirtschaften auf der ganzen Welt einen massiven Schlag versetzen. Ein Zeichen dafür, wie stark die Ozeane unter dem Klimawandel leiden.
Katastrophe ohne Ausweg?
Wie selten zuvor haben die vergangenen Monate die dramatischen Auswirkungen dessen unter Beweis gestellt, was landläufig als Klimakrise bezeichnet wird. Allerdings handelt es sich dabei um etwas völlig anderes, nämlich um eine systemische, aber auch gesellschaftliche Krise des naturzerstörenden Kapitalismus.
In den Medien
Dokumente
»Gegen Ex-BND-Präsident Hanning besteht der dringende Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit«
Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft, 6.10.2026
»Die Sonne hat in diesem Jahr schon mehr Strom geliefert als im gesamten vergangenen Jahr – und das bereits im September«
Mitteilung des Bundesverbands Solarwirtschaft, 28.9.2026
»Vergesellschaftung kann als ergänzendes Element sinnvoll sein, um das Bezahlbarkeitsproblem von Mieten zu vermindern«
Studie der Hans-Böckler-Stiftung, 25.9.2026
»Es reicht nicht, die Breite der Gesellschaft nur zu beschwören. Sie muss in der Partei, in ihren Debatten und in ihren Parlamenten wieder erkennbar sein«
Beschluss des CDA-Bundesvorstands, 25.9.2026
Zurückgeblättert
Vor 20 Jahren analysierte die Soziologin Karin Priester das damals noch recht neue »populistische Syndrom« und stellte mit bleibender Aktualität fest, dass es mit neoliberaler Deregulierung bestens harmoniert: Der Populismus des 21. Jahrhunderts.
Edition Blätter
NS-Zeit und Shoah, Nahostkonflikt und Antisemitismus, Universalismus, Menschenrechte und Migration. Diese Themen beschäftigten den großen Intellektuellen und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik (1947 – 2025) zeitlebens. Und natürlich die nach dem deutschen Zivilisationsbruch stets drängende Frage: Wie leben als Deutscher und Jude? Darum kreisen seine in diesem Band versammelten Essays und Analysen aus den »Blättern«. Es sind Texte von geradezu unheimlicher Aktualität.