Zum 70. Geburtstag der »Blätter« in diesem Jahr verstärken wir unseren Herausgeberkreis mit neuen Köpfen. An dieser Stelle freuen wir uns sehr, die acht neuen Herausgeberinnen und Herausgeber vorstellen zu dürfen.
Startseite der »Blätter«
Gesundheitsreform: Die Zeche zahlen die Bedürftigsten
»Historisch« und eine »große Kraftanstrengung«, nannte es Friedrich Merz Ende April unmittelbar nach der Kabinettsklausur, als er mit Gesundheitsministerin Nina Warken die Reform der Gesetzlichen Krankenkasse vorstellte. Gemessen an Warkens Augenpartie stimmt zumindest letzteres für sie.
»10-Millionen-Schweiz«: Mauern gegen die Polykrise
Am 14. Juni stimmt die Schweiz per Referendum über eine Initiative ab, die europaweit Schule machen könnte. Unter dem Titel »Keine 10-Millionen-Schweiz« verlangt die rechtsnationalistische Schweizerische Volkspartei die Einführung eines Bevölkerungsdeckels in der Verfassung.
Aktuelle Ausgabe Juni 2026
In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.
Oststolz und Osttrotz
Identität zu definieren und konzeptionell genau festzulegen, ist notorisch schwierig. Klar ist, Identität hat etwas mit sozialer Verortung, Gruppengrenzen, Zugehörigkeitsgefühlen und kollektiven Bewusstseinsformen zu tun. Ostdeutsche Identität galt lange Zeit als Problemfall.
Volkes Wille im gelobten Land
Angesichts der jüngsten Wahlerfolge der AfD in ganz Deutschland, aber speziell im Osten, und der Möglichkeit, in diversen Bundesländern, aber jetzt auch im Bund zum ersten Mal eine rechtskonservative Mehrheit zustande zu bringen, beruft sich die AfD mit aller Vehemenz auf den angeblichen „Volkswillen“, der nun zu einer rechten Mehrheit dränge.
Sachsen-Anhalt: AfD vor der Macht?
Die Aussichten sind trübe, aber die Messe ist noch nicht gesungen: Laut einer aktuellen Umfrage können sich 39 Prozent der Sachsen-Anhaltiner vorstellen, bei den kommenden Landtagswahlen im September 2026 die AfD zu wählen.
Sexualisierte Gewalt: Der nette Typ von nebenan
Ende März zog es spontan viele Menschen zu Demonstrationen in zahlreichen Großstädten des Landes. Der Anlass dafür waren Vorwürfe von Collien Fernandes im »Spiegel« über mutmaßliche Taten ihres Ex-Ehemanns Christian Ulmen, die sich in ihrer Ausführlichkeit und Perfidität schwer ignorieren lassen.
Mütter ohne Recht, Kinder ohne Schutz
Für einen Tag im Jahr, am 25. November, findet sie weltweit Aufmerksamkeit: Gewalt gegen Frauen. Doch trotz der alljährlich geäußerten Bekundungen, jetzt endlich für Schutz sorgen zu wollen, ändert sich an den strukturellen Ursachen für die Gewalt wenig.
In den Medien
Dokumente
»COSMO ist das einzige öffentlich-rechtliche Programm, das Menschen mit Migrationsgeschichte ins Zentrum stellt«
Offener Brief an die ARD von mehr als 500 migrantischen Organisationen, 11.6.2026
»Die Zahl der Geflüchteten ist 2025 gesunken, auch weil viele trotz widriger Umstände zurückkehren mussten«
Bericht des UNHCR, 11.6.2026 (engl. Original)
»Seit 2018 wurden fast eine Million Bäume in deutschen Städten gefällt, zugunsten von Parkplätzen, Straßen und Neubauten«
Bericht der Deutschen Umwelthilfe, 9.6.2026
»Die Grundlagen der globalen Nuklearordnung sind erodiert«
SIPRI-Studie, 8.6.2026 (engl. Original)
»Die Vorschläge der Regierung zum Sozialabbau drohen die Armut bei Gruppen, die ohnehin besonders von Armut betroffenen sind, zu verschärfen«
Armutsbericht vom Paritätischen Gesamtverband, 1.6.2026
Zurückgeblättert
Just vor dem noch nicht absehbaren »Sommermärchen«, der Fußball-WM 2006, analysierte der ehemalige »Blätter«-Redakteur und DFB-Experte Arthur Heinrich die langen braunen Linien des deutschen Fußballs: Ideologisch anfällig: Der DFB vor 1933.
Edition Blätter
Jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage!
Ein historischer Untoter ist zurück. Heute reicht es nicht mehr, vor dem erstarkten Rechtspopulismus zu warnen. Vielmehr droht eine viel größere Gefahr: die Wiederkehr des Faschismus in modernisierter Form. Trump, Putin, Höcke und andere Autoritäre verbindet bei allen Unterschieden eins: der radikale Angriff auf die Demokratie. Das vorliegende Buch analysiert den globalen Rechtsruck und fragt nach Gegenstrategien.
Mit Beiträgen von Seyla Benhabib, Micha Brumlik, Norbert Frei, Oskar Negt, Ágnes Heller, Jürgen Habermas, Paul Mason, Arundhati Roy, Luiz Ruffato, Irina Scherbakowa, Quinn Slobodian, Rebecca Solnit, Timothy Snyder und vielen anderen.