Zum 70. Geburtstag der »Blätter« in diesem Jahr verstärken wir unseren Herausgeberkreis mit neuen Köpfen. An dieser Stelle freuen wir uns sehr, die acht neuen Herausgeberinnen und Herausgeber vorstellen zu dürfen.
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Pazifisten im Krieg
In der Ukraine kämpfen seit dem Februar 2022 auch Linkslibertäre, Feministinnen und Antimilitaristen im Militär. Verraten sie damit ihre Überzeugungen – oder ist ihr Handeln nur konsequent?
Führungsfetisch statt Bürgernähe
Der rasende Autoritäts- und Machtverlust, den die Union und der Bundeskanzler binnen nicht einmal zwei Jahren an der Regierung erlitten haben, erklärt sich nicht zuletzt durch Friedrich Merz’ Führungsstil. Merz setzt ganz auf cäsaristische Anweisung von oben.
Aktuelle Ausgabe November 2026
In der November-Ausgabe diskutieren Steffen Mau und Oliver Nachtwey über den Durchmarsch der Rechtsextremen und den Kampf um die Demokratie in Deutschland. Über den Zustand der US-Demokratie vor den Zwischenwahlen und die Herausforderungen für ein demokratisches Europa in einer unfriedlichen Welt debattieren Claus Leggewie und Christina Morina – beide Gespräche moderiert von Tamara Tischendorf. Während Merle Groneweg Chinas ambivalente Rolle in der internationalen Klimapolitik analysiert, skizziert Winfried Hermann neue, nachhaltige Wege aus der Autokrise. Nick Reimer wiederum warnt vor den drohenden Folgen des durch die globale Erwärmung verschärften Wetterphänomens El Niño. Manuel Atug erläutert, wie sich die kritische Infrastruktur vor wachsenden Bedrohungen effektiv schützen ließe – auch ohne immer mehr Überwachung. Leon Oelschläger beleuchtet die ethischen und völkerrechtlichen Folgen der rasanten KI-Aufrüstung. Simone Schlindwein beobachtet, wie die Daten afrikanischer Bürger zur Währung werden, um für internationale Hilfe zu bezahlen. Heike Kleffner sieht die Bundesrepublik, 15 Jahre nach der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds, von einer echten Aufklärung des NSU-Komplexes noch weit entfernt. Und Antje Schrupp setzt ihre Hoffnung im Kampf gegen rechts auf die Frauen – und plädiert für eine Kultur der weiblichen Differenz.
Republik Moldau: Verwundbar zwischen Ost und West
Oberflächlich betrachtet, läuft für Moldau derzeit vieles in die richtige Richtung. Das kleine Land zwischen Rumänien und der Ukraine genießt eine Aufmerksamkeit, die ihm über Jahrzehnte verwehrt geblieben ist.
Transnistrien: Die Republik von Moskaus Gnaden
Auf Karten zum aktuellen Kriegsverlauf in der Ukraine, etwa des Open-Source-Projekts »DeepStateMap.Live«, ist ein dünner Streifen am rechten Rand der Republik Moldau an der Grenze zur Ukraine rot eingefärbt – so wie die von Russland besetzten Gebiete im Süden und Osten der Ukraine.
Russlands gefährliche Schwäche
Immer stärker setzt die Ukraine mit ihren Drohnenangriffen Russland unter Druck. Die Folgen des von Moskau entfachten Krieges sind nun auch im russischen Alltag spürbar. Zugleich kommt die Invasionsarmee trotz beispielloser Verluste kaum voran.
Terrorismus und das Recht auf die Stadt
Im Schatten der Terrorismusängste spielen heute, wenn in den Vereinigten Staaten über städtisches Leben und Stadtentwicklung diskutiert wird, Sicherheitsfragen eine beherrschende Rolle. Aber was hat sich nach dem 11. September 2001 in den Städten und in der Planung städtischer Siedlungsräume tatsächlich verändert?
Folter und Recht
Jeder aufmerksame Leser der spärlichen Berichte über das Lager in Guantánamo konnte es ahnen, doch erst mit der Veröffentlichung der Bilder aus dem Gefängnis von Abu Ghraib nahe Bagdad wurde es zur schrecklichen Gewissheit: Die Misshandlung, Erniedrigung und Folterung von Inhaftierten war gängige Praxis einer perfiden und menschenverachtenden Vernehmungsstrategie.
Kollektives Führungsversagen
Der Westen ist durch sein kollektives Scheitern erheblich dafür mitverantwortlich, dass die Taliban wieder an der Macht sind – mit fatalen Folgen vor allem für Frauen und Mädchen.
In den Medien
Dokumente
»Gegen Ex-BND-Präsident Hanning besteht der dringende Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit«
Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft, 6.10.2026
»Die Sonne hat in diesem Jahr schon mehr Strom geliefert als im gesamten vergangenen Jahr – und das bereits im September«
Mitteilung des Bundesverbands Solarwirtschaft, 28.9.2026
»Vergesellschaftung kann als ergänzendes Element sinnvoll sein, um das Bezahlbarkeitsproblem von Mieten zu vermindern«
Studie der Hans-Böckler-Stiftung, 25.9.2026
»Es reicht nicht, die Breite der Gesellschaft nur zu beschwören. Sie muss in der Partei, in ihren Debatten und in ihren Parlamenten wieder erkennbar sein«
Beschluss des CDA-Bundesvorstands, 25.9.2026
Zurückgeblättert
Vor 20 Jahren analysierte die Soziologin Karin Priester das damals noch recht neue »populistische Syndrom« und stellte mit bleibender Aktualität fest, dass es mit neoliberaler Deregulierung bestens harmoniert: Der Populismus des 21. Jahrhunderts.
Edition Blätter
NS-Zeit und Shoah, Nahostkonflikt und Antisemitismus, Universalismus, Menschenrechte und Migration. Diese Themen beschäftigten den großen Intellektuellen und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik (1947 – 2025) zeitlebens. Und natürlich die nach dem deutschen Zivilisationsbruch stets drängende Frage: Wie leben als Deutscher und Jude? Darum kreisen seine in diesem Band versammelten Essays und Analysen aus den »Blättern«. Es sind Texte von geradezu unheimlicher Aktualität.