Zum 70. Geburtstag der »Blätter« in diesem Jahr verstärken wir unseren Herausgeberkreis mit neuen Köpfen. An dieser Stelle freuen wir uns sehr, die acht neuen Herausgeberinnen und Herausgeber vorstellen zu dürfen.
Startseite der »Blätter«
Rechtspopulismus: Eine Bewegung von Narzissten
Oft heißt es, verantwortlich für den Aufstieg der Rechten sei das Versagen der demokratischen Parteien. Doch der Rechtsruck ist auch Ausdruck einer kulturellen Krise. Bürgerschaftliches Ethos weicht ungehemmt ausgelebtem Narzissmus vor allem im AfD-Milieu.
Aktuelle Ausgabe Juni 2026
In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.
Infantinos Imperium
Wenn im Juni bei der Fußball-WM der Männer der Ball rollt, dann profitiert davon maßgeblich der Weltfußballverband FIFA. Deren mächtiger Chef Gianni Infantino ließ im Vorfeld keine Gelegenheit aus, Donald Trump zu umschmeicheln, den Co-Gastgeber des Turniers.
Der Kampf um Souveränität: Mexiko, USA und die Kartelle
Die WM bietet der mexikanischen Regierung eine Chance, der Welt einen geschönten Blick auf ein buntes und starkes Mexiko zu bieten. Währenddessen mobilisieren die Angehörigen von Verschwundenen zu einer massiven Demonstration am Tag des Eröffnungsspiels.
Fußball als Herrschaftsinstrument
Fußball-Großevents gelten als Feste der Vielfalt und Menschenrechte. Doch hinter der Glitzerfassade wirkt der beliebteste Sport der Welt als willkommenes Machtinstrument.
Sexualisierte Gewalt: Der nette Typ von nebenan
Ende März zog es spontan viele Menschen zu Demonstrationen in zahlreichen Großstädten des Landes. Der Anlass dafür waren Vorwürfe von Collien Fernandes im »Spiegel« über mutmaßliche Taten ihres Ex-Ehemanns Christian Ulmen, die sich in ihrer Ausführlichkeit und Perfidität schwer ignorieren lassen.
Mütter ohne Recht, Kinder ohne Schutz
Für einen Tag im Jahr, am 25. November, findet sie weltweit Aufmerksamkeit: Gewalt gegen Frauen. Doch trotz der alljährlich geäußerten Bekundungen, jetzt endlich für Schutz sorgen zu wollen, ändert sich an den strukturellen Ursachen für die Gewalt wenig.
In den Medien
Dokumente
»Es gibt Anzeichen dafür, dass wohlhabende Personen nicht ihren Teil zur Finanzierung der europäischen Sozialstaaten beitragen«
Pressemitteilung zur Studie »Wealth taxation, including net wealth, capital and exit taxes« von der Europäischen Kommission, 15.4.2026 (engl. Original)
»Der Umwelteffekt des Deutschlandtickets entspricht einer Reduktion der CO2-Emissionen durch den privaten Pkw-Verkehr um etwa drei Prozent«
Zwischenbericht vom infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft, 14.4.2026
»Es braucht konkrete Schritte, um die Menschen im Sudan besser zu schützen und einem Ende des Krieges näherzukommen«
Pressemeldung vom Deutschen Sudan-Netzwerk, 13.4.2026
»Wer nur an der Zapfsäule entlastet, hat den Umfang der Krise noch nicht erfasst«
Pressemitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes, 13.4.2026
»Wer heute wegschaut oder jenen applaudiert, die die Geschichte umschreiben wollen, macht sich mitschuldig«
Rede von Hape Kerkeling zur Gedenkfeier zum 81. Jahrestages der Befreiung des KZ Buchenwald, 12.4.2026
Zurückgeblättert
Just vor dem noch nicht absehbaren »Sommermärchen«, der Fußball-WM 2006, analysierte der ehemalige »Blätter«-Redakteur und DFB-Experte Arthur Heinrich die langen braunen Linien des deutschen Fußballs: Ideologisch anfällig: Der DFB vor 1933.
Edition Blätter
Jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage!
Ein historischer Untoter ist zurück. Heute reicht es nicht mehr, vor dem erstarkten Rechtspopulismus zu warnen. Vielmehr droht eine viel größere Gefahr: die Wiederkehr des Faschismus in modernisierter Form. Trump, Putin, Höcke und andere Autoritäre verbindet bei allen Unterschieden eins: der radikale Angriff auf die Demokratie. Das vorliegende Buch analysiert den globalen Rechtsruck und fragt nach Gegenstrategien.
Mit Beiträgen von Seyla Benhabib, Micha Brumlik, Norbert Frei, Oskar Negt, Ágnes Heller, Jürgen Habermas, Paul Mason, Arundhati Roy, Luiz Ruffato, Irina Scherbakowa, Quinn Slobodian, Rebecca Solnit, Timothy Snyder und vielen anderen.