Ausgabe März 2026

Die Nato zerfällt – was nun?

Wolodymyr Selenskyj, Keir Starmer, Friedrich Merz und Emmanuel Macron vor der Downing Street 10 in London, 8.12.2025 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Bild: Wolodymyr Selenskyj, Keir Starmer, Friedrich Merz und Emmanuel Macron vor der Downing Street 10 in London, 8.12.2025 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Viele europäische Regierungen sehen in der Nato ihre wichtigste Schutzmacht gegen ein revisionistisches Russland. Doch die Trump-Regierung weckt zunehmend Zweifel an ihrer Bündnistreue. Was kann die EU angesichts dessen tun – und wie ist es um die viel zitierte europäische Souveränität bestellt?

Nach der Rede von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchener Sicherheitskonferenz zeigten sich viele europäische Regierungschefs erleichtert – hatte Rubio doch trotz der deutlich erkennbaren MAGA-Ideologie zumindest die Kooperation zwischen den USA und Europa betont. Noch stehen rund 100 000 US-Soldaten in Europa, die regelmäßig mit ihren europäischen Verbündeten üben. Die Europäer kaufen einen erheblichen Teil ihrer Waffen in den USA, auch für die Ukraine. Und in der »US National Defense Strategy 2026« lesen wir: »Das Ministerium wird Anreize schaffen und die Nato-Verbündeten in die Lage versetzen, die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas zu übernehmen, wobei die USA weiterhin eine wichtige, aber begrenztere Rolle spielen werden.«1 Ist also alles wie gewohnt?

Keineswegs. Der Westen und damit auch die Nato durchlaufen einen raschen Zerfallsprozess.

»Blätter«-Ausgabe 3/2026

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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