Ausgabe Februar 2026

Ein Jahr Trump, vier Jahre Ukrainekrieg: Der Kampf um die imperiale Weltordnung

Selenskij und Trump sitzen sich gegenüber bei dem Arbeitsessen in Mar-a-Lago, 29.12.2025 (IMAGO / APAimages)

Bild: Selenskij und Trump sitzen sich gegenüber bei dem Arbeitsessen in Mar-a-Lago, 29.12.2025 (IMAGO / APAimages)

Vier Jahre nach Beginn der russischen Großinvasion ist die Welt eine andere geworden. Inzwischen drängt nicht nur Moskau auf eine regionale Einflusszone, sondern auch die Trump-Regierung. Die kriegsgeschundene Ukraine ist heute ein zentraler Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung. Kann Europa einen Gegenpol zur drohenden Aufteilung der Welt bilden?

Wie viel sich in einem Jahr doch verändern kann: Noch im vergangenen Februar, rund um den dritten Jahrestag der russischen Vollinvasion, war die Furcht weit verbreitet, der soeben vereidigte US-Präsident Donald Trump werde gemeinsam mit Kremlchef Wladimir Putin einen Diktatfrieden zulasten der Ukraine durchsetzen. Jetzt, nach einem Jahr Trump und einem weiteren Jahr des Blutvergießens im Osten Europas, sind wir klüger. Auch der selbsternannte Friedensstifter im Weißen Haus wird diesen Krieg nicht zu dem von ihm angekündigten raschen Ende führen können.

Nach Monaten teils dilettantischer diplomatischer Initiativen aus Washington[1] scheinen die Gespräche dieses Winters zwar Fortschritte erbracht zu haben, aber dies gilt vor allem für das angespannte Verhältnis zwischen den USA, der Ukraine und ihren europäischen Unterstützern. Russland hingegen hat sich kaum bewegt und beharrt weiter auf Maximalforderungen.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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