Orbáns Abgang, Europas Chance
Alle paar Jahrzehnte erlebt Europa einen Moment, an dem seine politischen Strukturen nicht mehr in die Zeit passen. Diese Momente haben die EU zu dem gemacht, was sie heute ist.
Alle paar Jahrzehnte erlebt Europa einen Moment, an dem seine politischen Strukturen nicht mehr in die Zeit passen. Diese Momente haben die EU zu dem gemacht, was sie heute ist.
Auf Karten zum aktuellen Kriegsverlauf in der Ukraine, etwa des Open-Source-Projekts »DeepStateMap.Live«, ist ein dünner Streifen am rechten Rand der Republik Moldau an der Grenze zur Ukraine rot eingefärbt – so wie die von Russland besetzten Gebiete im Süden und Osten der Ukraine.
Zu den ständig wiederholten Propagandalügen des russischen Regimes gehört die Behauptung, Russlands Wirtschaft werde von den Sanktionen des Westens kaum berührt. Viele glauben das, weil die Ankündigung, die Sanktionen würden Russland in kürzester Zeit in die Knie zwingen, nicht eingetroffen ist.
Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.
Seit Anfang März tobt im Libanon die x-te Auflage des jahrzehntealten Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Während die Weltöffentlichkeit gebannt verfolgt, wie Donald Trump die militärische Projektionskraft der USA am Golf verspielt, erregt der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah weit weniger Aufmerksamkeit.
Zu den bitteren Erkenntnissen internationaler Politik und Berichterstattung gehört: Unsere Aufmerksamkeit reicht oft nur für eine Großkrise. Das Resultat: vergessene Konflikte überall auf der Welt.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine berührt auch den westlichen Kulturbetrieb. Das zeigte sich zuletzt an den Debatten um die Venedig-Biennale, eine der wichtigsten Kunstschauen der Welt.
Westliche Sicherheitsexpert:innen betonen schon länger, der Sahel sei zum globalen Epizentrum dschihadistischer Gewalt geworden. Doch die Entwicklungen dort sind keineswegs so eindimensional, wie dies in der westlichen Öffentlichkeit häufig dargestellt wird.
Es ist erstaunlich, wie sich die Stimme Hamza Abu Howidys gegen alle Widerstände zu einer Stimme des Friedens entwickelt hat. Er ist Palästinenser, geboren 1997 in Gaza-Stadt, aufgewachsen unter den Bedingungen von Blockade, israelischer Kontrolle und schließlich der Herrschaft der Hamas.
Der Irankrieg hat das Grundvertrauen in fossile Lieferketten erschüttert. Je länger es dauert, bis sich die Lage normalisiert, desto stärker wird die Suche nach Alternativen, etwa nach erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne.
Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.
Gleich zwei Mal verkündete der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu einen vermeintlichen Sieg der USA und Israels gegen den Iran. Das zweite Mal, nachdem US-Präsident Donald Trump am 8. April eine zweiwöchige Feuerpause verkündet hatte.
Daran erkenn' ich meine Pappenheimer«, sprach einst voller Anerkennung der große Feldherr Wallenstein in Schillers gleichnamigem Drama, als er eine Abordnung der Treuesten der Treuen empfing, nämlich die mutigen Soldaten des Pappenheimer Regiments.
Ob im Nahen Osten, in der Ukraine oder in Afrika: Stets vermischt die Trump-Regierung Politik mit privaten Geschäften. Das ist kein Zufall, sondern hat System.
Der jüngste Irankrieg stellt in erster Linie die Steigerung einer bereits lange vorhandenen Entwicklung dar, nämlich mit Hilfe des Ausnahmezustands neue Verhältnisse jenseits des Rechts zu schaffen. Dabei wird die Macht des Stärkeren bereits in der Sprache zu einem vermeintlichen Recht deklariert.
Angesichts des Krieges in der Ukraine gibt es in der Bundesrepublik 70 Jahre nach Einführung der Wehrpflicht und 15 Jahre nach ihrer Abschaffung eine engagierte Debatte um die Notwendigkeit ihrer Wiedereinführung. Dabei geht es um die zentrale Frage, wie der Frieden in Europa verteidigt werden kann.
Wenn im Winter Umspannwerke brennen, Kraftwerksblöcke ausfallen und Hochspannungsleitungen zerfetzt am Boden liegen, richtet sich die Gewalt nicht bloß gegen technische Anlagen. Vielmehr trifft sie die elementaren Voraussetzungen zivilen Lebens.
Eigentlich ist Raúl Castro, einer von drei noch lebenden historischen Anführern der kubanischen Revolution, schon längst im Ruhestand. Seit 2019 ist Miguel Diaz-Canel der Vorsitzende des Staats- und Ministerrates.
Die WM bietet der mexikanischen Regierung eine Chance, der Welt einen geschönten Blick auf ein buntes und starkes Mexiko zu bieten. Währenddessen mobilisieren die Angehörigen von Verschwundenen zu einer massiven Demonstration am Tag des Eröffnungsspiels.
Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.
Viele US-Präsidenten haben aus gutem Grund darauf verzichtet, mit einem Angriff auf das iranische Regime die gesamte Region neu ordnen zu wollen. Nicht so Donald Trump.
Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Zwölf-Tage-Krieg gegen Iran im Juni 2025 und der blutigen Niederschlagung von Protesten gegen das Regime im Januar 2026 griffen Israel und die USA Ende Februar erneut Iran an.
Mutwillig zerstört der US-Präsident die von seinem Land dominierte Weltordnung. Doch eine multipolare Welt wird keine friedlichere sein, im Gegenteil.
In rasantem Tempo verliert die liberale Weltordnung an Bindekraft, beschleunigt durch den autoritären Kurs der zweiten Trump-Regierung. Angesichts dessen fordern viele eine Rückkehr zum machtpolitischen Realismus – teils unter Bezug auf die vermeintliche Autorität antiker Denker wie Thukydides.
Drei Wochen stand Syrien im Januar am Abgrund. Im Nordosten des Landes eskalierte der Konflikt zwischen Zentralregierung und kurdisch geführter Selbstverwaltung – Kämpfe, Vertreibungen und Menschenrechtsverletzungen drohten zu einem offenen Krieg auszuarten.