Serbien und Kroatien: Mit Trump gegen Bosnien
Es ist mehr als nur eine Zahl, es ist eine Mahnung: 8372 muslimische Jungen und Männer wurden am 11. Juli 1995 in Srebrenica, einem Ort im Osten Bosnien und Herzegowinas, getötet.
Marion Kraske, geb. 1969 in Iserlohn, ist Politikwissenschaftlerin und freie Autorin; bis 2021 leitete sie das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Sarajevo.
Im Folgenden finden Sie sämtliche »Blätter«-Beiträge von Marion Kraske.
Es ist mehr als nur eine Zahl, es ist eine Mahnung: 8372 muslimische Jungen und Männer wurden am 11. Juli 1995 in Srebrenica, einem Ort im Osten Bosnien und Herzegowinas, getötet.
Gut 30 Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens von Dayton, mit dem der Bosnienkrieg im November 1995 beendet wurde, sorgen die Sniper-Verbrechen neuerlich für Schlagzeilen. Der Verdacht: Wohlhabende Ausländer gingen auf Menschenjagd in Bosnien.
Serbiens Machthaber Aleksandar Vučić hat den Groll seiner Landsleute auf sich gezogen: Seit Monaten demonstrieren Studierende und Aktivist:innen in mehreren Teilen Serbiens gegen die Korruption und den überbordenden Machtmissbrauch im Land. Hunderttausende gingen in serbischen Städten auf die Straßen – eine ähnliche Mobilisierung hatte es zuletzt unter dem ehemaligen Machthaber Slobodan Milošević gegeben.
Auf dem Balkan unternehmen Nationalisten neuerlich den Versuch, großserbische Ambitionen umzusetzen – die Leugnung des Genozids fungiert dabei als Katalysator.
Für den bosnischen Serben war es zwar nicht das erste Treffen mit Wladimir Putin, aber ein besonderes: Als Milorad Dodik, Präsident des serbisch dominierten Landesteils von Bosnien und Herzegowina, im Februar mit dem russischen Präsidenten in Kazan zusammentraf, gab es zu dem öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzten Händedruck auch eine hohe Auszeichnung für den Gast.