Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

Claus Leggewie: Faschismus mit amerikanischem Antlitz? Trumps Schatten über Amerika und der Welt, S. 45-55

Der unerwartete Wahlsieg Donald Trumps stellt Beobachter weltweit vor die Frage: Wie konnte eine derart ungeeignete Persönlichkeit das Weiße Haus erobern? Der Politikwissenschaftler und „Blätter“-Mitherausgeber Claus Leggewie erklärt Trumps Erfolg mit der gezielten rassistischen Mobilisierung seiner männlich-weißen Anhängerschaft. Seine These: Mit Trump ist den USA ein Faschist nach europäischem Vorbild erwachsen – mit Ausstrahlungskraft weit über das Land hinaus. Nur eine transnationale Demokratiebewegung kann diese fatale Entwicklung langfristig aufhalten.

Michael D’Antonio: Der Trump-Komplex: Psychogramm eines Narzissten, S. 56-66

Donald Trump beutete in seinem Wahlkampf geschickt die Ängste und den Zorn vieler Amerikaner aus. Diese emotionale, extrem polarisierende Kampagne bescherte ihm den Wahlsieg. Sie offenbarte zudem erneut, wie sein Biograph und Pulitzer-Preisträger Michael D’Antonio zeigt, den zutiefst narzisstischen Charakter Trumps. Doch wäre eine Pathologisierung des künftigen Präsidenten verfehlt: Sein Erfolg ist Spiegelbild einer egozentrischen Gesellschaft.

Harald Schumann: Die Herrschaft der Superreichen. Die Macht der Geldelite und die Kapitulation der Politik, S. 67-78

Noch nie hat es eine solche Konzentration von Vermögen gegeben, und das weltweit. Die daraus erwachsende Ungleichheit ist eines der größten politischen Probleme unserer Zeit, so der Journalist Harald Schumann: Längst ist eine Geldelite entstanden, die eine kaum noch kontrollierbare Macht auf sich vereint. Die Politik hat davor weitgehend kapituliert und schützt die Interessen der Superreichen. Das aber untergräbt die Substanz der Demokratie.

Oskar Negt: Rot-Rot-Grün im Trialog: Schaffen wir linke Mehrheiten!,
S. 79-88

Die Wahl Donald Trumps wie auch der Brexit zeigen: Wir leben in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche größten Ausmaßes. In einer Situation um sich greifender Orientierungslosigkeit reüssiert derzeit vor allem die Rechte mit ihren Bindungs- und Vereinfachungsangeboten. Angesichts dessen müssen sich linke Parteien endlich wieder auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen, mahnt der Sozialphilosoph Oskar Negt. Nötig ist eine neue, große Erzählung der Linken – und eine Wiederbelebung der Gerechtigkeitsfrage.

Naomi Klein: »Lasst sie doch absaufen«, Teil 2. Das Versagen des Nordens und die Ausweitung der Opferzone, S. 89-95

Das Industriezeitalter gründete auf einem faustischen Pakt. Die schlimmsten Risiken sollten ausgelagert werden, vor allem in die Länder des Südens. Doch obwohl dieses Arrangement an seine Grenzen stößt, so die Publizistin Naomi Klein, ist eins doch geblieben: unsere Bereitschaft, Menschen mit schwarzer oder brauner Hautfarbe weniger Wert beizumessen. Denn gerade die Peripherie leidet am stärksten unter dem unzureichenden Kampf gegen den Klimawandel. Und gegen die Klimaflüchtlinge aus diesen Regionen rüstet der reiche Norden auf, nicht erst seit Donald Trump.

Carolin Emcke: Schalten wir uns ein: Wider die Verrohung der Welt, S. 97-104

Europa versteht sich als der Kontinent der Menschenrechte und Toleranz. Doch gegenwärtig grassiert ein Klima des Fanatismus und der Gewalt, wird die Freiheit des Individuums zunehmend von pseudo-religiösen und nationalistischen Bewegungen bedroht. In einem leidenschaftlichen Appell an die demokratische Zivilgesellschaft fordert die Publizistin Carolin Emcke, dieser Verrohung entgegenzutreten: Wir alle müssen Verantwortung auf uns nehmen, um die offene Gesellschaft zu verteidigen.

(aus: »Blätter« 12/2016, Seite 43-44)

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