Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

Ulrich Menzel: Welt am Kipppunkt. Die neue Unregierbarkeit und der Vormarsch der Anarchie, S. 35-45

Ukrainekrieg, Griechenlandkrise, ,,Islamischer Staat’’ – die Liste unheilvoller Schlagzeilen des Jahres 2015 ließe sich leicht fortsetzen. Der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel analysiert die fatale Lage – von der Neuorientierung der USA über Chinas Passivität und Russlands Rückkehr auf die Weltbühne bis hin zur globalen Flucht. Europa und speziell Deutschland stünden vor der Wahl: Renationalisierung oder globale Solidarität.

Lothar Brock: Zurück zum Völkerrecht! Friedensarchitekturen in kriegerischer Zeit, S. 47-58

Versinkt die Welt im Krieg? Steht gar der dritte Weltkrieg kurz bevor, wie uns Scharfmacher weismachen wollen? Und was hat uns die Friedensbewegung noch zu sagen? Der Friedens- und Konfliktforscher Lothar Brock klärt auf über die historische Entwicklung – vom „Recht zum Krieg“ zum friedensstiftenden Völkerrecht. Gegen die nationalegoistische Blockadepolitik komme es darauf an, die internationalen Systeme weiterzuentwickeln.

Ulrike Guérot: Das Ende der Republik? Frankreich zwischen Terror und Front National, S. 59-67

Unmittelbar nach den Anschlägen von Paris rief François Hollande den Krieg gegen den Terror aus; doch die rhetorische Überbietung von rechts ließ nicht lange auf sich warten. Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot zeichnet das Bild einer gespaltenen Republik, der schon lange jeder Zusammenhalt fehlt. Gegen die eigentliche Gefahr – den Front National – versuche der Präsident durch äußere Stärke den inneren Zerfall zu verdecken.

Hauke Brunkhorst: Krise und Kritik: Für eine Repolitisierung Europas, S. 69-76

Unter den zahlreichen Krisen Europas ist die der parlamentarischen Demokratie – vollends ausgebrochen spätestens mit der Erpressung der griechischen Regierung – vielleicht die bedrohlichste. Der Soziologe Hauke Brunkhorst analysiert den Strukturwandel der demokratischen Öffentlichkeit vor dem Hintergrund der Ideologie des Ordoliberalismus: Das Recht sei heute nur noch ein Immunsystem der Marktwirtschaft – und Alternativen dazu keimten nur im griechischen Referendum oder der neuen portugiesischen Regierung.

Helmut Fehr: In geschlossener Gesellschaft. Ostmitteleuropa und die Rückkehr des Autoritären, S. 77-83

Ungarn-, Polen-, Tschechentum: Die ostmitteleuropäischen Potentaten begegnen der globalen Flucht mit ethnischem Wir-Gefühl. Der Politologe Helmut Fehr entlarvt den Opportunismus der „falschen Realisten“. Deren Inszenierung von Politik als Kampf bedeute die Absage an die Demokratie.

Elmar Altvater: Zerstörung und Flucht. Von der Hierarchie der Märkte zur Migrationskrise in Europa, S. 84-94

Die Globalisierung hat die Kontinente untrennbar verbunden. Gleichzeitig ist die ganze Menschheit mit der Umweltzerstörung und deren sozialen Folgen konfrontiert. Der Politikwissenschaftler Elmar Altvater sieht die tieferen Ursachen dafür in den entbetteten Märkten und deren fataler Hierarchie. Dagegen gebe es nur eine Alternative: die Transformation des Kapitalismus.

Arjun Appadurai: Streben nach Hoffnung. Das Narrativ der Flucht und die Ideologie des Nationalstaats, S. 95-103

Der Nationalstaat wird durch die Flucht herausgefordert und fordert selbst die Flüchtlinge heraus. Der Ethnologe Arjun Appadurai beschreibt, wie die Migranten auf ein Denken stoßen, in dem für ihre Hoffnungen kaum Raum ist. Dagegen gelte es, Flucht- in Aufstiegsgeschichten zu verwandeln.

Christoph Fleischmann: Der grüne Papst und der Irrweg des käuflichen Glücks, S. 104-111

„Der Mensch ist nun mal egoistisch“: Diesem seit der Renaissance vorherrschenden Paradigma widerspricht Papst Franziskus. Der Theologe Christoph Fleischmann radikalisiert dessen Kritik. Sein Fazit: Wenn wir über das Menschenbild reden, dann bitte auch über die ökonomischen Interessen.

Josiane Meier: Schmutziges Licht: Die Abschaffung der Nacht, S. 112-120

Mit der Silvesternacht 2015 endet das Internationale Jahr des Lichts. Doch was sehen wir, wenn wir unseren Blick zum Nachthimmel heben? Josiane Meier analysiert die Geschichte der künstlichen Beleuchtung und warnt vor den gesundheitlichen Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen.

(aus: »Blätter« 1/2016, Seite 33-34)

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