Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

Oliver Thränert: Rüstung ohne Kontrolle: Die neue atomare Bedrohung, S. 45-50

Nach dem Ende des Kalten Krieges schien die atomare Bedrohung durch Rüstungskontrollabkommen gebannt. Doch nun kehrt sie rasant zurück, warnt der Politikwissenschaftler Oliver Thränert. Die verschärfte Konkurrenz der Großmächte und die Aufrüstung durch Atomstaaten wie China, Indien oder Pakistan drohen die Rüstungskontrolle fatal zu schwächen.

Bill McKibben: Der schrumpfende Planet, Teil 2, S. 51-60

Seit über 40 Jahren weiß die Erdölindustrie, wie stark sie das Klima verändert. Dennoch stellt sie den wissenschaftlichen Konsens über die Erderwärmung in Frage und hintertreibt so den Klimaschutz, legt der Umweltaktivist Bill McKibben offen. Um die Schlacht gegen die Klimaleugner zu gewinnen, brauchen wir ein neues Verhältnis zur Welt wie zu uns selbst.

Timo Duile: Mit dem Segen des Staates: Islamismus in Indonesien, S. 61-67

Fragt man nach der Vereinbarkeit von Islam und Demokratie, so wird gerne auf Indonesien verwiesen. Doch auch dort sind radikal-islamistische Kräfte auf dem Vormarsch, so der Südostasienwissenschaftler Timo Duile. Die Elite des Landes sucht teilweise den Schulterschluss mit den Extremisten – und schafft damit eine politisch hochgefährliche Lage.

Andrej Soldatow: Zwischen Subversion und Eskapismus: Internet in Russland, S. 69-77

Das Internet galt auch im Russland der 1990er Jahre als demokratiefördernde Kraft. Heute aber stärkt es dort weniger die demokratische Partizipation als vielmehr Desinformation und Eskapismus, analysiert der Journalist Andrej Soldatow. Dennoch befördert das Netz in Russland auch einen digitalen politischen Aktivismus, der sich der staatlichen Kontrolle entzieht.

Elizabeth Warren: Ein gerechtes Amerika für eine sichere Welt, S. 79-88

Die Außenpolitik der USA dient zunehmend einer kleinen Elite. Damit aber schwächt Amerika sich selbst, so die demokratische US-Senatorin, Elizabeth Warren. Nur wenn es in den Vereinigten Staaten selbst gerecht zugeht, kann Washington eine wichtige Rolle in der Welt spielen – in multilateraler Zusammenarbeit mit seinen Verbündeten.

Unbestechlich links: Zum Tode Norman Birnbaums. Mit Beiträgen von Jürgen Trittin und Norman Birnbaum, S. 89-94

Am 4. Januar 2019 starb im Alter von 92 Jahren der Soziologe Norman Birnbaum. Wir erinnern an diesen universalistisch gebildeten Grenzgänger zwischen den USA und Europa und langjährigen „Blätter“-Mitherausgeber mit einem Text des Grünen-Politikers Jürgen Trittin sowie mit Passagen aus Birnbaums letzten Beiträgen für die „Blätter“.

Oliver Nachtwey: System ohne Stabilität: Der Niedergang der Volksparteien, S. 95-102

Das politische System der Bundesrepublik galt lange als Hort der Stabilität. Spätestens mit dem Einzug der AfD in den Bundestag aber ist die hiesige Parteienlandschaft endgültig fragmentiert, die einstigen Volksparteien befinden sich im Niedergang. Grund für diese Krise, so der Soziologe Oliver Nachtwey, ist das Prinzip der Volksparteien selbst: ihre primäre Ausrichtung auf die gesellschaftliche Mitte.

Norbert Frei, Franka Maubach, Christina Morina und Maik Tändler: Viel Neues vom Alten: Die AfD und die langen Linien des bundesdeutschen Rechtsradikalismus, S. 103-110

Lange blieben alle Versuche, eine salonfähige Rechtspartei in Deutschland zu etablieren, ohne Erfolg. Doch mit der AfD hat sich das geändert. Ihr gelang der Spagat zwischen konservativem Bürgertum, verunsicherten Protestwählern und Rechtsradikalen, so die Historiker Norbert Frei, Franka Maubach, Christina Morina und Maik Tändler. Dabei steht sie jedoch ganz in der Tradition der bundesdeutschen radikalen Rechten.

Eva Illouz: Negative Beziehungen und die Schmetterlingspolitik des Sexes, S. 111-120

Gelegenheitssex und die Sexualisierung von Beziehungen haben auf den ersten Blick keine größere gesellschaftspolitische Relevanz. Tatsächlich aber spielen sie eine entscheidende Rolle für die Entwicklung einer Gesellschaft, so die Soziologin Eva Illouz. Denn die Ausbeutung des Körpers durch visuelle Industrien verwandelt das Ideal der Freiheit in „negative Beziehungen“. Der psychische Preis ist hoch: Isolation, Furcht und Ohnmacht.

(aus: »Blätter« 2/2019, Seite 43-44)

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