Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

Jonathan Safran Foer: Resignation oder Widerstand. Wie wir durch unser Verhalten das Klima retten können, S. 49-56

Weil politische Initiativen zur nachhaltigen Reduktion von Treibhausgasen ausbleiben, glauben immer weniger Menschen noch an die Rettung unserer Erde. Eine solch fatalistische Sichtweise lehnt der Schriftsteller Jonathan Safran Foer entschieden ab. Vielmehr könne individuelles Handeln andere dazu inspirieren, ihr Verhalten zu überdenken. Am Ende könne daraus sogar eine hoffnungsvolle Massenbewegung hervorgehen.

 

Gregor Hagedorn: Scientists for Future: Aufklärung gegen die Klimakrise, S. 57-64

Viel zu lange schaute die Politik der sich abzeichnenden Klimakrise tatenlos zu. Verantwortlich dafür ist aber, so der „Scientist for Future“-Mitbegründer Gregor Hagedorn, nicht nur der Einfluss mächtiger Unternehmen, sondern auch die unzureichende Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Daher gelte es, die Wissenschaftskommunikation zu verbessern und so die Klimakatastrophe noch abzuwenden.

 

Ulrich Menzel: Welt im Übergang, Europa in der Krise. Vom amerikanischen zum chinesischen Jahrhundert, S. 65-74

Immer deutlicher büßen die USA ihre Rolle als globale Hegemonialmacht ein. Längst schickt sich China an, diese Vormachtstellung für sich zu beanspruchen. Dies aber hätte fatale Folgen für Europa, mahnt der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel. Er fordert daher eine erneuerte Partnerschaft zwischen Europa und den USA, die mit Nachdruck für die Verteidigung demokratischer Werte eintritt.

 

Claus Leggewie: Zweite Chance 2020. Wie die Demokraten Trump diesmal schlagen können, S. 75-84

In gut einem Jahr, am 3. November 2020, steht in den USA eine wahrhaft weltbewegende Präsidentschaftswahl an. Wollen die US-Demokraten Donald Trump diesmal schlagen, müssen sie bei den Wählern mit „Brot-und-Butter-Themen“ punkten, argumentiert „Blätter“-Mitherausgeber Claus Leggewie. Statt eines radikalen Linksrucks brauche das Land daher vor allem arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Nur sie könnten eine weitere Spaltung der US-Gesellschaft sowie eine zweite Amtszeit Trumps verhindern.

 

Steffen Vogel: Absturz der Himmelsstürmer. Das Scheitern des Linkspopulismus und die Zukunft der europäischen Linken, S. 85-92

Lange galten Parteien wie Syriza und Podemos als Hoffnung der Linken. Doch sie alle haben jüngst herbe Rückschläge erleiden müssen. Als Modell ist der Linkspopulismus damit gescheitert, so „Blätter“-Redakteur Steffen Vogel. Eine linke Erneuerung darf gesellschaftliche Widersprüche nicht ausblenden – und muss Mut zu großen Ideen beweisen.

 

Ágnes Heller: Die Verteidigung der Freiheit, S. 93-97

Am 19. Juli starb die ungarische Philosophin Ágnes Heller. Ihr Leben und Werk standen ganz im Zeichen des freien Denkens gegen den Totalitarismus. Wir erinnern an ihr großes Werk mit Auszügen aus ihrem „Blätter“-Text aus dem Jahr 2017, in dem sie die völkisch-nationalistische Motive der totalitären Parteien des 20. Jahrhunderts analysiert.

 

Christoph Butterwegge: Antisozialer Patriotismus: Die Rentenpläne der AfD, S. 99-106

Allzu gerne inszeniert sich die AfD als Fürsprecherin der sozial Benachteiligten. Diesem Anspruch wird die Partei jedoch keineswegs gerecht, kritisiert der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge. Vor allem der parteiinterne Streit um ihr Rentenkonzept lege offen, welch unsoziale Ziele die AfD verfolgt – und zwar über alle Flügel hinweg.

 

Anna-Lena Dießelmann: Gewalt als Alltag. Warum Kolumbien nicht zum Frieden findet, S. 107-112

Auch drei Jahre nach dem Friedensvertrag zwischen Regierung und FARC kommt Kolumbien nicht zur Ruhe. Verantwortlich dafür sind die massive Ungleichheit und die alltägliche Gewalt, so die Soziologin Anna-Lena Dießelmann. Für wahren Frieden braucht das Land umfassende Reformen.

 

Susanna Böhme-Kuby: Der Tod von Venedig: Tourismus bis zum Kollaps, S. 113-118

Venedig verzeichnet rund 30 Millionen Besucher jährlich – Tendenz: steigend. Angesichts dieser Massen droht nicht nur das Sozialleben der wenigen verbliebenen Venezianer auszusterben, sondern auch das Ökosystem der Lagune, so die Publizistin Susanna Böhme-Kuby. Wer Venedig retten will, muss daher den Tourismus begrenzen.

(aus: »Blätter« 9/2019, Seite 47-48)

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