Ausgabe Mai 1990

Williams A. Williams 1921-1990

Als im Frühsommer 1988 die Oregon State University in Corvallis, Oregon, eine Vortragsreihe zum 200. Geburtstag der amerikanischen Verfassung veranstaltete, bescheiden unterstützt vom Oregon Committee for the Humanities, erlebte der relativ unbedeutende Ort im Herzen des Willamette-Tales ein Stelldichein der literarisch-wissenschaftlichen Creme des Landes - darunter der Schriftsteller Gore Vidal -, wie es manche große Ostküsten-Universität nicht für Geld noch gute Worte zustande gebracht hätte. Sie alle wollten einem Mann ihre Reverenz erweisen, der an dieser kleinen Universität von 1968 bis zu seiner Emeritierung 1986 gelehrt hatte: dem Historiker William Appleman Williams.

Williams ist einigen bei uns bekannt (und in der westdeutschen Amerikanistik vornehm ignoriert) als der Begründer der „revisionistischen Schule" der amerikanischen Geschichtswissenschaft. Er war der erste, der das „orthodoxe" amerikanische Selbstverständnis über die Rolle und die Verantwortung der USA an der Entstehung des Kalten Krieges mit Erfolg in Frage stellte.

Mai 1990

Sie haben etwa 51% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 49% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo