Ausgabe Februar 1992

Europa `92 und der Süden

Neokoloniale Kontinuität oder Chance eines Neuanfangs?

Mit den Auswirkungen des Europäischen Binnenmarktes auf die Länder der Dritten Welt befaßt sich der nachstehende Beitrag, mit dem wir die zuletzt im Januar-Heft der „Blätter" geführte Diskussion über Stellung und Perspektiven des Südens in den Weltmarktzusammenhängen und angesichts einschneidender weltpolitischer Veränderungen fortsetzen (vgl. insbesondere Dirk Messner und Jörg Meyer-Stamer, Lateinamerika: Vom „Verlorenen Jahrzehnt" zur „Dekade der Hoffnung"?, „Blätter", 1/1992). Bei dem Beitrag handelt es sich um die für die „Blätter" erstellte Artikelfassung eines Arbeitspapiers des Instituts für Internationale Politik (Neue Friedrichstr. 12, 5600 Wuppertal 1). D. Red.

I. Einführung

In der kritischen entwicklungspolitischen Öffentlichkeit gibt es einen verbreiteten Konsens, drei relevante Ereignisse des kommenden Jahres 1992 thematisch miteinander zu verknüpfen: die Vollendung des EG-Binnenmarktes, das Gedenken an die 500 Jahre zurückliegende, aber noch nachwirkende Conquista Amerikas und den Weltwirtschaftsgipfel der G7-Nationen in Deutschland. Die Vernetzung der verschiedenen Kampagnenansätze schreitet voran, Ziel und Forderungen derselben sind jedoch noch relativ unbestimmt bzw. wenig ausdiskutiert.

Februar 1992

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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