Ausgabe Juni 1994

Umweltbewußtsein in Deutschland: Folgenlose Betroffenheit?

Anton-Andreas Guha hat Ende April dieses Jahres die Umweltbilanz nur einer Woche anhand der Seite „Aus aller Welt" in der „Frankfurter Rundschau" gezogen: Die Ozonschicht ist nicht nur dünner geworden, sondern das verstärkte UV-Licht schwächt auch das Immun-System; gleichzeitig nimmt das giftige, bodennahe Ozon immer mehr zu; Gift wird in Babynahrung gefunden und vor „frischem" Gemüse und Obst auf dem Markt gewarnt. Gift wird in Olivenölen nachgewiesen und Chemikalien im Brot; Bügelspray ist krebserregend, und 30 Millionen Deutsche leiden an Allergien; zwei Millionen Menschen sterben jedes Jahr durch Chemikalien; die Weltraumfähre „Endeavour" entdeckt, daß die Luft über der Nordhalbkugel noch dreckiger ist als befürchtet; Experten halten die Hochwasserflut für teilweise „hausgemacht"; dazu Schweinepest, Hühnerpest und Rinderwahnsinn.

Juni 1994

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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