Ausgabe April 1997

Staatsverschuldung: Ruin oder Rettung?

Wohlstand auf Pump. Der Irrweg der Schuldenpolitik

Reformpolitik war einmal ein positiv besetzter Begriff. Was gegenwärtig unter diesem Stichwort vorgestellt wird, löst dagegen überwiegend Angst statt Hoffnung aus, gleichgültig ob es sich um Steuer-, Gesundheits- oder Rentenreformpläne handelt. Im Hintergrund der heutigen Reformdebatten stehen stets, ausgesprochen oder unausgesprochen, kontroverse Auffassungen über die gesellschaftspolitische Rolle des Staates, über den Umgang mit Staatsausgaben und öffentlicher Verschuldung. Im Vorgriff auf ein geplantes „Blätter"-Streitgespräch zum Thema Keynesianismus und Schuldenkrise veröffentlichen wir nachstehend zwei Beiträge, die gänzlich konträre Sichtweisen spiegeln. Adrian Ottnad gehört dem von Meinhard Miegel geleiteten Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn e.V. (IWG) an, Jörg Huffschmid der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, deren Memoranden die „Blätter" regelmäßig dokumentieren. D.Red.

 

Politik und Gesellschaft folgen meist fest verinnerlichten Verhaltensmustern. Dazu gehört in vielen hochindustrialisierten Staaten die Bewältigung gegenwärtiger Probleme auf Kosten der Zukunft. Besonders deutlich läßt sich dies an der Staatsverschuldung ablesen, die in den letzten Jahrzehnten weltweit schneller als das Bruttoinlandsprodukt wuchs. Deutschland bildet dabei keine Ausnahme.

April 1997

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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