Ausgabe August 1997

Zwischenbilanz der Wirtschaftsförderung in Ostdeutschland

Die wichtigsten Förderprogramme der Bundesregierung für den „Aufschwung Ost“ sind bis Ende 1998 befristet. Als sie in den Jahren 1991/93 z.T. aus dem bundesdeutschen Arsenal auf Ostdeutschland übertragen, z.T. aber auch für die Transformation der Wirtschaft in den neuen Ländern speziell konzipiert und installiert wurden, verband die Bundesregierung damit die eifrig propagierte Zielstellung, innerhalb dieses Zeitraums mittels rigoroser Rekapitalisierung und Privatisierung Produktivität und Einkommen in Ostdeutschland dem westdeutschen Niveau anzugleichen. Mit einem enormen Aufwand an öffentlichen Mitteln gelang die vollständige Transformation der Betriebe, Banken, Versicherungen, der großen Masse der Immobilien und des Grund und Bodens in kapitalistisches Eigentum sowie zu profit-/marktorientierter Funktionsweise.

Die versprochene Angleichung der ostdeutschen Wirtschaft an das Leistungsniveau der westdeutschen aber blieb auf der Strecke. Statt dessen gibt es nun auch in Deutschland eine große, für lange Zeit rückständige Wirtschaftsregion mit deutlichem Produktivitäts- und Einkommensgefälle sowie überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit gegenüber dem früheren Bundesgebiet.

August 1997

Sie haben etwa 30% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 70% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe September 2020

In der September-Ausgabe erkennt der Philosoph und »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas im Wiederaufbauplan der EU – 30 Jahre nach der Zäsur von 1989/90 – eine zweite Chance für die innerdeutsche wie auch für die europäische Einheit. Die Literaturwissenschaftlerin Sarah Churchwell beleuchtet die langen Linien des amerikanischen Faschismus – vom Ku-Klux-Klan bis zu Donald Trump. Der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze plädiert angesichts des Handelskriegs zwischen China und den USA für eine neue globale Entspannungspolitik. Und die Islamwissenschaftlerin Alexandra Senfft portraitiert den Kampf der Frauen gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Zur Ausgabe Probeabo