Ausgabe August 1998

Wider die gewollte Ungleichheit

Ein Plädoyer für ökonomisches Umdenken und politisches Handeln

Unter dem Titel „Created Unequal“ (Free Press, Simon & Schuster, New York) wird in Kürze ein Buch erscheinen, das bereits im Vorfeld international große Beachtung findet. Der renommierte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler James K. Galbraith legt darin die Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen über die Einkommensentwicklung in den USA während der vergangenen drei Jahrzehnte, über die dramatisch wachsende Ungleichheit, vor und kommt zu brisanten wirtschaftswissenschaftlichen und politischen Schlußfolgerungen. Über die Quintessenz berichtet er in dem folgenden „Blätter“-Artikel: „Es gibt kein durchschlagendes Argument dafür, daß die großen Errungenschaften der Nachkriegsjahre regelwidrig oder nicht reproduzierbar wären.“ „Wir brauchen keine schrankenlose und keine schwache Privatwirtschaft, sondern die konzertierte Partnerschaft zwischen einer starken und entschlossenen Regierung und einem dynamischen Privatsektor, der besser reguliert, aber auch wesentlich kraftvoller sein muß als bisher. Das hat es schon einmal gegeben und es kann wieder erreicht werden. Kein Gesetz der Ökonomie schließt diesen Erfolg aus.“ Galbraith legt sich energisch mit Grundannahmen des gegenwärtigen wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftlichen mainstream an, aber „Created Unequal“ ist kein polemischer Essay; der Ökonom von der Lyndon B.

August 1998

Sie haben etwa 47% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 53% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo