Atomausstieg, Ökosteuer und die Preisentwicklung auf den Weltrohölmärkten haben in jüngster Zeit nicht nur an den Börsen den Blick auf die energetischen Alternativen gelenkt.[1] Um die Abhängigkeit von den Ölförderländern zu verringern und das Klima zu schützen, sei der Einsatz regenerativer Energieträger (REG) voranzutreiben, heißt es länderübergreifend. Doch wie wird der notwendige Transformationsprozess von den europäischen Ländern jeweils bewältigt? Gängigstes Erklärungsmuster für die unterschiedlichen Methoden und Ergebnisse sind die natürlichen Voraussetzungen. Und in der Tat: im REG-Ranking der EU-Kommission sind jene Staaten, in denen bestimmende Faktoren der Wasserkraftnutzung (Wassermenge, Gleichmäßigkeit ihrer Verfügbarkeit, nutzbare Fallhöhe des Wassers) besonders günstig sind, im vorderen Bereich platziert. Österreich ist europäischer Spitzenreiter mit einem REG-Anteil am Bruttoelektrizitätsverbrauch von 72,7%. Es folgen Schweden mit 49,1, Portugal mit 38,5 und Finnland mit 24,7%. Große Wasserkraftanlagen mit einer Leistungsfähigkeit von mehr als zehn Megawatt tragen in diesen Ländern ebenso wie in Spanien (19,9), Italien (16,0), Frankreich (15,0) und Griechenland (8,6) hauptsächlich zum vergleichsweise hohen Prozentsatz sauberer Energie bei.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.