3.1. - N a h e r O s t e n. Der israelische Ministerpräsident Barak und der syrische Außenminister Charea setzen in Shepherdstown im US Bundesstaat West Virginia ihre Friedensgespräche fort (vgl. "Blätter", 2/2000, S. 133 f.). Mehrfach schalten sich Präsident Clinton und Außenministerin Albright in die Verhandlungen ein. Clinton legt am 7.1. ein Papier vor, das die übereinstimmenden Ansichten und die zahlreichen Meinungsunterschiede der Verhandlungspartner auflistet. Barak und Charea verlassen am 10.1. den Verhandlungsort, ohne einen Durchbruch erzielt zu haben. Die für den 19.1. geplante Fortsetzung der Verhandlungen auf der Ebene der Arbeitsgruppen wird mehrfach verschoben und schließlich auf unbestimmte Zeit vertagt. Ministerpräsident Barak erklärt am 23.1. vor dem Kabinett, falls Syrien eine schriftliche Garantie für den Rückzug von den Golanhöhen zur Bedingung für die Wiederaufnahme der Friedensgespräche machen sollte, werde er dies ablehnen. - K r o a t i e n. Unter dem Eindruck des Todes von Präsident Franjo Tudjman am 10. Dezember v.J. finden landesweite Parlamentswahlen statt.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.