3.1. - N a h e r O s t e n. Der israelische Ministerpräsident Barak und der syrische Außenminister Charea setzen in Shepherdstown im US Bundesstaat West Virginia ihre Friedensgespräche fort (vgl. "Blätter", 2/2000, S. 133 f.). Mehrfach schalten sich Präsident Clinton und Außenministerin Albright in die Verhandlungen ein. Clinton legt am 7.1. ein Papier vor, das die übereinstimmenden Ansichten und die zahlreichen Meinungsunterschiede der Verhandlungspartner auflistet. Barak und Charea verlassen am 10.1. den Verhandlungsort, ohne einen Durchbruch erzielt zu haben. Die für den 19.1. geplante Fortsetzung der Verhandlungen auf der Ebene der Arbeitsgruppen wird mehrfach verschoben und schließlich auf unbestimmte Zeit vertagt. Ministerpräsident Barak erklärt am 23.1. vor dem Kabinett, falls Syrien eine schriftliche Garantie für den Rückzug von den Golanhöhen zur Bedingung für die Wiederaufnahme der Friedensgespräche machen sollte, werde er dies ablehnen. - K r o a t i e n. Unter dem Eindruck des Todes von Präsident Franjo Tudjman am 10. Dezember v.J. finden landesweite Parlamentswahlen statt.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.