Ausgabe März 2000

Der Fall Österreich: Wende in Schwarz-Blau

Am 3. Oktober vergangenen Jahres fanden in Österreich Parlamentswahlen statt. Die Sozialdemokratische Partei (SPÖ) blieb trotz empfindlicher Verluste mit 33,4% stärkste Partei; die Österreichische Volkspartei (ÖVP) büsste ebenfalls Stimmen ein (in einem geringeren Umfang) und fiel mit 26,9% hinter die Freiheitliche Partei (FPÖ) zurück, die bei 27,2% landete. Der Versuch zur Neuauflage einer SPÖ-ÖVP-Koalition scheiterte. Am 25. Januar 2000 begannen Gespräche zwischen der ÖVP unter Leitung ihres Vorsitzenden Wolfgang Schüssel und der FPÖ unter Führung Jörg Haiders, die nach nur acht Tagen erfolgreich abgeschlossen wurden. Bundespräsident Klestil vereidigte am 4. Februar Schüssel als Bundeskanzler und dessen Regierung, in der ÖVP- und FPÖ-Ministerinnen und -Minister paritätisch vertreten sind. Schon am 31. Januar hatte die portugiesische Ratspräsidentschaft der Europäischen Union in Lissabon die Absicht der Staats- und Regierungschefs der übrigen 14 EU-Staaten bekannt gegeben, bei einer Regierungsbeteiligung der „Freiheitlichen“ die bilateralen politischen Kontakte zu Österreich auszusetzen. Tags darauf teilte die EU-Kommission in Brüssel mit, Regeln und Werte des Amsterdamer EU-Vertrages auch weiterhin aufrechterhalten zu wollen. Die „Arbeitsbeziehungen“ zu Österreich blieben erhalten (vgl.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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