Ausgabe November 2000

Chronik des Monats September 2000

3.-6.9. - J a p a n / R u ß l a n d. Der russische Präsident Putin kommt auf Einladung von Ministerpräsident Mori zu einem Staatsbesuch nach Japan. Im Verlauf des Besuches werden zahlreiche bilaterale Abkommen unterzeichnet. Putin weist die japanische Forderung nach Rückgabe der von der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg besetzten Kurilen-Inseln erneut zurück und läßt durch seinen Sprecher erklären, die von Japan im Jahre 1998 vorgeschlagene Veränderung der Grenze könne "als Grundlage für einen beiderseitig anerkannten Kompromiß nicht akzeptiert werden".

4.9. - E U. Bundeskanzler Schröder und Bundesaußenminister Fischer kritisieren den deutschen EU-Kommissar Verheugen, der im Zusammenhang mit der angestrebten Osterweiterung der Europäischen Union über eine Volksabstimmung in der Bundesrepublik gesprochen hatte. Schröder erklärt, die Bundesregierung stelle den Zeitplan der Erweiterung nicht in Frage. Fischer nennt die Vorstellungen Verheugens völlig inakzeptabel. Deutschland verdanke seine Einheit nicht zuletzt Polen, Tschechien und Ungarn und werde seine Verfassung nicht ändern, um eine Volksabstimmung über die Osterweiterung abzuhalten. Die Politik müsse die Sorgen der Menschen vor der Erweiterung jedoch ernst nehmen. Verheugen erläutert seinen Standpunkt am 6.9.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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