Ausgabe Februar 2001

Chronik des Monats Dezember 2000

3.12. - N a h e r O s t e n. Die israelische Regierung erklärt sich bereit, mit einer internationalen Kommission zusammenzuarbeiten, die die Ursachen für den Ausbruch neuer Gewalt in der Region untersuchen soll (vgl. "Blätter", 1/2001, S. 5). Die Kommission steht unter Leitung des früheren US-Senators Mitchell. -Am 9./10.12. veröffentlicht die "Neue Zürcher Zeitung " ein Interview mit dem israelischen Außenminister Ben-Ami. Auf die Frage, ob eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge nach Israel denkbar sei, antwortet der Außenminister: "In dieser Frage kann Israel nicht nachgeben. Es sollte kristallklar sein, daß man nicht einen palästinensischen Staat gründet, um dann einen Teil der im Exil lebenden Bevölkerung im Nachbarland anzusiedeln. Für uns wurde das eine Art Selbstmordübung bedeuten." Eine materielle Entschädigung an Flüchtlinge wäre damit jedoch nicht ausgeschlossen. Beide Seiten müßten für den Frieden "gewisse Mythen überprüfen". - Am 14.12. erörtert Ben-Ami mit Palästinenserpräsident Arafat die Möglichkeiten zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen, um noch vor den israelischen Wahlen ein Abkommen abzuschließen. Das Treffen findet an der Grenze zum Gazastreifen statt. - Am 21.12.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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