2.8. - U N O. Das UN-Tribunal zur Aburteilung von Kriegsverbrechen im früheren Jugoslawien verhängt erstmals einen Schuldspruch wegen Völkermord. Der frühere bosnische Serbengeneral Radislav Krstic wird im Haag wegen seiner Beteiligung am Massaker von Srebrenica im Jahre 1995 zu einer Gefängnisstrafe von 46 Jahren verurteilt. - Am 6.8. weist die südafrikanische Außenministerin Zuma vor der Presse in Genf auf die verheerenden Auswirkungen der Sklaverei für Afrika hin. Im Blick auf die am 31.8. in Durban (Südafrika) beginnende dritte Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen erklärt Zuma, ohne Bewältigung der Vergangenheit könne der Kampf gegen den Rassismus der Gegenwart nicht geführt werden, Die UN-Menschenrechtskommissarin Robinson unterbreitet am 9.8. einen Vorschlag, um die auf getretenen tiefgreifenden Differenzen über eine Passage zur Nahost-Frage im Entwurf der Schlußerklärung für Durban beizulegen. Die historischen Wunden des Antisemitismus und des Holocaust auf der einen Seite und die durch Vertreibung und militärische Besetzung zugefügten Wunden auf der anderen müßten verstanden werden. Die bevorstehende Konferenz solle Terrorismus, den Einsatz exzessiver und unverhältnismäßiger Gewalt sowie die Propagierung von Haß verurteilen Zionismus könne nicht mit Rassismus gleichgesetzt werden. - Am 31.8.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.