Ausgabe Dezember 2002

Chronik des Monats Oktober 2002

1.-2.10. - I r a k. Vizepremier Aziz wirbt in Ankara für die Position seiner Regierung und erklärt, der Irak werde allen UN-Beschlüssen nachkommen. Man erwarte, dass die Türkei bei einem Militärschlag der USA gegen den Irak die Nutzung ihres Luftraums verweigere. - Am 10.10. äußert sich in Bagdad Vizepremier Howeikh. Als verantwortlicher Minister für die Waffenprogramme könne er bestätigen, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen herstelle und es auch keine entsprechenden Pläne gebe. Die amerikanische Regierung sei eingeladen, die von ihr verdächtigten Anlagen zu untersuchen.

3.10. - T ü r k e i. Das gegen Kurdenführer Abdullah Öcalan wegen Hochverrats verhängte Todesurteil wird in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Das Staatssicherheitsgericht in Ankara reagiert damit auf die vom Parlament beschlossene Abschaffung der Todesstrafe in Friedenszeiten (vgl. "Blätter", 8/1999, S. 902 und 10/2002, S. 1157).

5.10. - N a h e r O s t e n. Palästinenserpräsident Arafat proklamiert Ostjerusalem (al-Kuds) zur Hauptstadt eines künftigen Staates Palästina. Der amerikanische Kongress hatte zuvor ein Gesetz verabschiedet, das ganz Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennt. - Am 6.10.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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