Ausgabe Juni 2002

Chronik des Monats April 2002

4.4. - A n g o l a. Vertreter der Regierung und der bewaffneten Einheiten der UNITA (Uniao Nacional para a Independencia Total des Angola) unterzeichnen im Parlementsgebäude von Luanda eine Friedensvereinbarung. Anwesend sind Diplomaten Portugals, der USA und Russlands sowie der UN-Sondergesandte Gambari, der von der Möglichkeit spricht, endlich den "Pfad des Todes, der Verstümmelung und Zerstörung" zu verlassen. Die UNITA hatte sich nach dem Tod ihres Führers Savimbi zur Beendigung des langjährigen Bürgerkrieges bereit erklärt.

6.4. - P o r t u g a l. In Lissabon übernimmt eine "MitteRechts-Koalition" die Regierung, an deren Spitze der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei (PSD), Jose Manuel Durao Barroso, steht. Die PSD hatte bei den Parlamentswahlen vom 17. März d.J. rund 40% der Stimmen erreicht und die bis dahin stärkste Regierungspartei, die Sozialisten (PS), mit rund 38% in die Opposition verwiesen.

8.4. - I r a k. Vizepräsident Aziz lehnt in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" weitere internationale Waffenkontrollen ab: "Fast acht Jahre haben UN-Inspektoren in unserem Land gearbeitet. Sie haben (...) jeden Stein umgedreht, aber noch immer fehlt der Abschlussbericht, der die Voraussetzung für das Ende der Sanktionen gegen unser Land ist.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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