Ausgabe Februar 2004

Wieder eine Oase weniger

Das Blätter-Sommerabo

"Und jetzt eine zauberhafte Pause mit Belfrutta" – mit solchen Sprüchen werden in privaten Sendern Filme an den spannendsten Stellen unterbrochen. Zwei Dezibel lauter dröhnt plötzlich der Ton, kindische Fröhlichkeit überschwemmt das Bild, die Werbung etabliert ihre Idiotenwelt für zehn Minuten und länger. Dass nicht mehr Zuschauer wegen dieser Zumutungen vor dem Bildschirm Amok laufen, hängt damit zusammen, dass wir inzwischen dazu erzogen worden sind, diese Ungeheuerlichkeiten als normal zu empfinden, vielleicht sogar nützlich für den fälligen Klogang. Unsere Sensibilität für Schwachsinn ist geschwächt, vor allem da, wo er nicht so offen erkennbar ist: In den schönrednerischen Formulierungen der Politiker, im verschleiernden Vokabular der Institutionen – all dem gegenüber haben wir eine gelangweilte Gleichgültigkeit entwickelt, unseren Sinn für das Richtige und Gerechte immer wieder zu unterdrücken eingeübt. Die Akzeptanz auch der dümmsten Werbung ist nur das kleine Einmaleins jener Grundqualifikationen, ohne die moderne Kommunikation unerträglich wäre.

In dieser Wüste hektischer Verlogenheit gibt es auch im Fernsehen immer noch Oasen, in denen normales Denken und Reden stattfindet. Eine davon ist geographisch erstaunlicherweise auf dem Kontinent der Privaten angesiedelt – gewesen. Die Rede ist von Harald Schmidts Late Night Show im Sender SAT 1. Nach etlichen letzten und allerletzten Sendungen ist damit seit Jahresende Schluss.

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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