Ausgabe Mai 2004

Osterspaziergang im Krisengebiet

Iris Berben, deutsche Schauspielerin und bestens bekannt aus zahlreichen Rollen in Film und Fernsehen, in denen sie meist für emotionale Ordnung sorgt, hat eine Wohnung und einen Mann in Haifa, weswegen sie seit über 30 Jahren regelmäßig ins "Heilige Land" reist. In einer zweiteilige Dokumentation "Und jetzt, Israel?", die im Osterprogramm des ZDF gesendet wurde, wollte sie Eindrücke aus der Nähe über dieses Land vermitteln. Doch sehen wir jetzt, "mit dem Zweiten", tatsächlich besser?

Iris Berben hat viele interessante Menschen dort kennengelernt und stellt sie uns vor. Den Hirnforscher, der glaubt, dass das menschliche Gehirn sich so schnell ändert, dass vielleicht von daher auch die Lage im Nahen Osten sich ändern könnte, den Rocksänger, der bei der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jitzak Rabin dabei war, die Künstlerin, die keine "Glücksfabrik" sein will, den Busunternehmer, der durch Terrorakte zerstörte Busse untersucht, die Mutter, die ihr Kind jeden Tag zu Fuß zur Schule bringt, weil alle anderen Verkehrsmittel zu gefährlich sind, den Friedensnobelpreisträger Shimon Peres, mit dem zu reden "wie ein gutes Buch lesen" sei, den Friseur, den Rockkonzertveranstalter, den Wasserbauingenieur, den Vogel- und den Kamelwissenschaftler.

Wahrscheinlich gibt es in jedem Land ebenso viele ebenso interessante Interviewpartner.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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