Ausgabe Oktober 2009

Das Milchpreis-Drama

Für Milchbauern und mitfühlende Konsumenten ist der Gang in den Supermarkt seit einigen Monaten regelrecht zur Qual geworden. Milchprodukte sind so billig zu haben wie schon lange nicht mehr, der Liter Frischmilch kostet seit Monaten teilweise deutlich weniger als 50 Cent. Damit liegt der aktuelle Ladenpreis nur noch wenige Cent über dem Preis, den Molkereien im Herbst 2007 den Bauern zahlten. Faktisch erhalten die Milchbauern anstelle der damals erzielten und heute noch vom Bauernverband geforderten 40 Cent nur noch knapp über die Hälfte.

Verfolgt man die Preisentwicklung der Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel während der letzten zwei Jahre, erkennt man eine beispiellose Achterbahnfahrt für die erzeugenden Landwirte. Eben noch zu neuen Ölscheichs ausgerufen, 1 schrieben sie kurz darauf wieder rote Zahlen. Massiv betroffen von den zeitweiligen Preissteigerungen waren aber auch die Konsumenten (speziell in Ländern mit ausgeprägtem Prekariat), denen es zeitweise unmöglich wurde, sich noch bedarfsgerecht zu ernähren.

Historisch betrachtet befanden sich bis Ende 2000 die Preise für die meisten Agrarrohstoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs auf stabil niedrigem Niveau, mit fallender Tendenz. Die anziehenden Preise für fossile Energieträger führten jedoch zu einer Umkehr des Preistrends.

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