Ausgabe Januar 2010

Das Ende Nubiens?

Eine Grenzregion zwischen Umsiedlung und Arabisierung

Während sich die Weltöffentlichkeit mit der mörderischen Politik der sudanesischen Regierung in Darfur stillschweigend abgefunden zu haben scheint, könnten im nördlichen Sudan ähnliche Entwicklungen in Gang gesetzt werden – nämlich in der Region, die unter dem Namen Nubien bekannt ist und die von einer nichtarabischen Minderheit, den Nubiern, bewohnt wird.

Die geographische Bezeichnung „Nubien“ wurde historisch immer wieder unterschiedlich verwendet. Im Wesentlichen bezeichnete sie in der Antike die Regionen südlich des ersten Nil-Kataraktes, wobei es sich dabei um die Sicht Ägyptens bzw. seit der Eingliederung Ägyptens in die hellenistischen und später römischen Herrschaftsbereiche um eine mediterrane Sicht auf die Region südlich des historischen Ägyptens handelte. Obwohl es Phasen gemeinsamer politischer Herrschaft und nubische Dynastien in Ägypten gab, bildete Nubien aus ägyptischer Sicht die Region südlich der eigenen Grenzen. Während die Nordgrenze Nubiens mit dem ersten Katarakt bei Assuan relativ unumstritten ist, bleibt die Ausdehnung der als „Nubien“ bezeichneten Region nach Süden umstritten.

Die Frage der jeweiligen „historischen Grenzen“ Nubiens würde jedoch den Rahmen dieses Beitrags sprengen und lässt sich für vormoderne Herrschaftssysteme ohnehin kaum seriös beantworten.

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo