Ausgabe Januar 2014

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dieser Ausgabe blicken die „Blätter“ auf zehn Jahre in Berlin zurück, die wir mit vielen von Ihnen im November in der Berliner Kalkscheune gefeiert haben.

Das jüngste Kompliment für die 120 Ausgaben, die seit unserem Umzug vom Rhein an die Spree entstanden sind, stammt von Thomas Assheuer, „Die Zeit“: „Die Großthemen werden heute nicht mehr unbedingt auf den Haupt- und Staatsbühnen ausgetragen, sondern in kleinen, ehrgeizigen ‚Programmtheatern’. Ein Beispiel dafür ist der von den ‚Blättern‘ angestoßene Streit zwischen dem Philosophen Jürgen Habermas und dem Soziologen Wolfgang Streeck über die Europäische Union. Schon beim ersten Schlagabtausch entstanden Schlüsseltexte, die fast alles auf den Tisch beförderten, was über die Jahre sauber versiegelt in separaten akademischen Schubladen eingelagert war.“ Die wichtigsten Europatexte aus den „Blättern“ sind nun frisch gedruckt im neuen Buch der „Edition Blätter“ erschienen: „Demokratie oder Kapitalismus? Europa in der Krise“. Falls Sie noch auf der Suche nach einem kleinen Geschenk sind: Wir freuen uns auf Ihre Bestellung.

Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum können Sie die „Blätter“ nun auch „digital“ lesen: auf Ihrem Smartphone, dem E-Book-Reader oder Ihrem Tablet. Damit sind die „Blätter“ jetzt ganz im „digitalen Zeitalter“ angekommen. Mit den neuen Formaten machen wir all jenen ein Angebot, die das komplette Heft lieber am Bildschirm als auf Papier lesen. Außerdem besteht für Print-Abonnenten die Möglichkeit, für nur 20 Euro im Jahr zusätzlich den Onlinezugang zu allen Formaten zu erhalten (mehr dazu finden Sie unter: www.blaetter.de/service/digitalausgabe-faq).

Doch leider ist auch unser ambitioniertes „Programmtheater“ den Zwängen des Marktes ausgesetzt. Aufgrund gestiegener Kosten (bei Miete, Papier und Porto) müssen wir nach drei Jahren die Abopreise geringfügig erhöhen, nämlich um 40 Cent pro Heft. Ab Januar 2014 kostet das Jahresabo im Inland dann 84,60 Euro und ermäßigt 67,20 Euro.

Wir hoffen, dass Ihnen die Unabhängigkeit der „Blätter“ diese geringe Mehraufwendung wert ist und wünschen Ihnen alles Gute für das Neue Jahr.

Berlin, im Dezember 2013                        Redaktion und Verlag

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo