Bild: v.l.n.r: Oben: Nicole Deitelhoff (Foto: Lucas Bäuml, FAZ), Steffen Mau (Foto: Jordis Schlösser), Meron Mendel (Foto: Ali Ghandtschi), Christina Morina (Herausgeberin ab Oktober 2026, Foto: © Penguin Random House). Unten: Oliver Nachtwey (Foto: Derek Li Wan Po), Friederike Otto (Foto: Dunja Opalko), Lea Ypi (Foto: James Robins), Daniel Ziblatt (Foto: Annette Hornischer)
Liebe Leserinnen und Leser,
oft war nach dem Tod von Jürgen Habermas am 14. März in den zahlreichen Nachrufen die Rede von der Zäsur, die sein Ableben für das intellektuelle Leben der Bundesrepublik bedeutet. Für unsere Zeitschrift gilt das nicht minder. Mit Habermas starb ein Philosoph von Weltrang, der knapp drei Jahrzehnte lang, seit 1998, Mitherausgeber der »Blätter« war und unsere Arbeit bis zuletzt sehr wohlwollend, zuweilen auch kritisch, aber dabei stets aufmerksam verfolgte und über die Jahre wichtige Beiträge bei uns veröffentlichte: zur Rolle des Intellektuellen, zum Rechtsruck in Deutschland, zur Coronapandemie, zum Abdriften der USA und immer wieder zur Rolle eines vereinten Europas. Seine politischen Leitideen waren und sind in hohem Maße auch die unseren: Frieden durch Verrechtlichung, die europäische Einigung, die Verteidigung von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten, die Kritik an kapitalistischen Marktlogiken, der kritisch-empathische Bezug auf die aufklärerischen Traditionen des Westens.