Ausgabe Mai 2026

Neue Köpfe für die »Blätter«

v.l.n.r: Oben: Nicole Deitelhoff (Foto: Lucas Bäuml, FAZ), Steffen Mau (Foto: Jordis Schlösser), Meron Mendel (Foto: Ali Ghandtschi), Christina Morina (Herausgeberin ab Oktober 2026, Foto: © Penguin Random House). Unten: Oliver Nachtwey (Foto: Derek Li Wan Po), Friederike Otto (Foto: Dunja Opalko), Lea Ypi (Foto: James Robins), Daniel Ziblatt (Foto: Annette Hornischer)

Bild: v.l.n.r: Oben: Nicole Deitelhoff (Foto: Lucas Bäuml, FAZ), Steffen Mau (Foto: Jordis Schlösser), Meron Mendel (Foto: Ali Ghandtschi), Christina Morina (Herausgeberin ab Oktober 2026, Foto: © Penguin Random House). Unten: Oliver Nachtwey (Foto: Derek Li Wan Po), Friederike Otto (Foto: Dunja Opalko), Lea Ypi (Foto: James Robins), Daniel Ziblatt (Foto: Annette Hornischer)

Liebe Leserinnen und Leser,

oft war nach dem Tod von Jürgen Habermas am 14. März in den zahlreichen Nachrufen die Rede von der Zäsur, die sein Ableben für das intellektuelle Leben der Bundesrepublik bedeutet. Für unsere Zeitschrift gilt das nicht minder. Mit Habermas starb ein Philosoph von Weltrang, der knapp drei Jahrzehnte lang, seit 1998, Mitherausgeber der »Blätter« war und unsere Arbeit bis zuletzt sehr wohlwollend, zuweilen auch kritisch, aber dabei stets aufmerksam verfolgte und über die Jahre wichtige Beiträge bei uns veröffentlichte: zur Rolle des Intellektuellen, zum Rechtsruck in Deutschland, zur Coronapandemie, zum Abdriften der USA und immer wieder zur Rolle eines vereinten Europas. Seine politischen Leitideen waren und sind in hohem Maße auch die unseren: Frieden durch Verrechtlichung, die europäische Einigung, die Verteidigung von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten, die Kritik an kapitalistischen Marktlogiken, der kritisch-empathische Bezug auf die aufklärerischen Traditionen des Westens.

»Blätter«-Ausgabe 5/2026

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Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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