Ausgabe November 2026

Sexualisierte Kriminalität: Die deutschen Herren Pelicot

Gisèle Pelicot, 19.12.2024 (IMAGO / News Licensing). Ihr Ex-Mann flog nur auf, weil die Polizei Aufnahmen der Vergewaltigungen entdeckte.

Bild: Gisèle Pelicot, 19.12.2024 (IMAGO / News Licensing). Ihr Ex-Mann flog nur auf, weil die Polizei Aufnahmen der Vergewaltigungen entdeckte.

Es war das bisher größte Verfahren wegen Vergewaltigungen unter Betäubung in Deutschland, das Mitte Oktober zu Ende gehen sollte: Monatelang verhandelte das Kriminalgericht Berlin-Moabit den Fall des 68-jährigen Elektrikers Frank S., der zwischen 2016 und 2022 14 Frauen, die er auf Datingplattformen kennenlernte, betäubt und vergewaltigt haben soll, darunter eine Frau, mit der er eine Beziehung führte. Das allerdings war wohl nur ein Bruchteil seiner Übergriffe. Das sichergestellte Bildmaterial offenbarte mutmaßliche Straftaten an insgesamt 58 Frauen; auch Aufnahmen mit Minderjährigen waren darunter. In den 16 Terabyte Daten, die Ermittler:innen auswerteten, fanden sich Aufnahmen von betäubten, vergewaltigten Frauen, aber auch Chatnachrichten, in denen Frank S. anderen Vergewaltigern Tipps zur Betäubung gab, oder in denen die Männer sich gegenseitig zu ihren Taten ermutigten und anfeuerten.1 Die Staatsanwaltschaft fordert angesichts dessen 13 Jahre Gefängnis und eine anschließende Sicherungsverwahrung. Doch weil die Verteidigung für den letzten Verhandlungstag Mitte Oktober kein Plädoyer vorbereitet hatte, konnte vorerst kein Urteil gesprochen werden. Nun sollen die Verteidiger ihre Plädoyers am 28. Oktober halten.

»Blätter«-Ausgabe 11/2026

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