Ausgabe Februar 2011

Appell gegen die Kriminalisierung von WikiLeaks

Aufruf bundesdeutscher Medien vom 16.12.2010

Angesichts der fortgesetzten massiven Angriffe auf WikiLeaks, insbesondere durch die US-Regierung, veröffentlichten deutsche Medien, darunter die „Blätter für deutsche und internationale Politik“, einen Aufruf zur Verteidigung der Internetplattform. Zu den Erstunterzeichnern gehören „die tageszeitung“, „Frankfurter Rundschau“, „Der Freitag“, „Tagesspiegel“ und „Perlentaucher“. – D. Red. 

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO, Artikel 19: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ 

1. Die Angriffe auf WikiLeaks sind unangebracht

Die Internet-Veröffentlichungsplattform WikiLeaks steht seit der Veröffentlichung der geheimen Botschaftsdepeschen der USA unter großem Druck. In den USA werden die WikiLeaks-Verantwortlichen als „Terroristen“ bezeichnet, es wird sogar ihr Tod gefordert. Große internationale Unternehmen wie MasterCard, PayPal und Amazon beenden ihre Zusammenarbeit mit WikiLeaks – ohne dass eine Anklage gegen die Organisation vorliegt, geschweige denn eine Verurteilung.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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