1.7. – Krieg in der Ukraine. Streitkräften der Ukraine gelingt die Rückeroberung der strategisch wichtigen Schlangeninsel im Schwarzen Meer, die Russland seit Ende Februar besetzt hält. – Am 4.7. nehmen russische Truppen die Großstadt Lyssytschansk ein und kontrollieren damit die komplette Region Luhansk. Der belarussische Präsident Lukaschenko bekräftigt anlässlich einer Feier zur Befreiung von Minsk im Zweiten Weltkrieg die enge Anbindung an Russland. – Am 8.7. erklärt Präsident Putin im Fernsehen, die russische Armee habe in der Ukraine „noch nicht richtig losgelegt“ und verbindet das mit Warnungen an den Westen. – Am 11.7. ordnet der ukrainische Präsident Selenskyj eine Gegenoffensive im Süden des Landes an. Am gleichen Tag und mit Beginn der routinemäßigen Wartung von Nord Stream 1 fließt vorübergehend kein Gas mehr durch die Pipeline. Es wird bekannt, dass Kiew seinen umstrittenen Botschafter in Deutschland Andrij Melnyk abberufen hat. – Am 13.7. beginnt eine ukrainische Gegenoffensive rund um die von Russland besetzte Stadt Cherson. Die Vereinten Nationen erklären, seit Kriegsbeginn seien mindestens 5000 Zivilisten zu Tode gekommen. Es handele sich dabei nur um die offiziell erfassten Opfer. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen. – Am 14.7.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.