Ausgabe Mai 1990

Williams A. Williams 1921-1990

Als im Frühsommer 1988 die Oregon State University in Corvallis, Oregon, eine Vortragsreihe zum 200. Geburtstag der amerikanischen Verfassung veranstaltete, bescheiden unterstützt vom Oregon Committee for the Humanities, erlebte der relativ unbedeutende Ort im Herzen des Willamette-Tales ein Stelldichein der literarisch-wissenschaftlichen Creme des Landes - darunter der Schriftsteller Gore Vidal -, wie es manche große Ostküsten-Universität nicht für Geld noch gute Worte zustande gebracht hätte. Sie alle wollten einem Mann ihre Reverenz erweisen, der an dieser kleinen Universität von 1968 bis zu seiner Emeritierung 1986 gelehrt hatte: dem Historiker William Appleman Williams.

Williams ist einigen bei uns bekannt (und in der westdeutschen Amerikanistik vornehm ignoriert) als der Begründer der „revisionistischen Schule" der amerikanischen Geschichtswissenschaft. Er war der erste, der das „orthodoxe" amerikanische Selbstverständnis über die Rolle und die Verantwortung der USA an der Entstehung des Kalten Krieges mit Erfolg in Frage stellte.

Mai 1990

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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