Ausgabe August 1998

Wider die gewollte Ungleichheit

Ein Plädoyer für ökonomisches Umdenken und politisches Handeln

Unter dem Titel „Created Unequal“ (Free Press, Simon & Schuster, New York) wird in Kürze ein Buch erscheinen, das bereits im Vorfeld international große Beachtung findet. Der renommierte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler James K. Galbraith legt darin die Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen über die Einkommensentwicklung in den USA während der vergangenen drei Jahrzehnte, über die dramatisch wachsende Ungleichheit, vor und kommt zu brisanten wirtschaftswissenschaftlichen und politischen Schlußfolgerungen. Über die Quintessenz berichtet er in dem folgenden „Blätter“-Artikel: „Es gibt kein durchschlagendes Argument dafür, daß die großen Errungenschaften der Nachkriegsjahre regelwidrig oder nicht reproduzierbar wären.“ „Wir brauchen keine schrankenlose und keine schwache Privatwirtschaft, sondern die konzertierte Partnerschaft zwischen einer starken und entschlossenen Regierung und einem dynamischen Privatsektor, der besser reguliert, aber auch wesentlich kraftvoller sein muß als bisher. Das hat es schon einmal gegeben und es kann wieder erreicht werden. Kein Gesetz der Ökonomie schließt diesen Erfolg aus.“ Galbraith legt sich energisch mit Grundannahmen des gegenwärtigen wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftlichen mainstream an, aber „Created Unequal“ ist kein polemischer Essay; der Ökonom von der Lyndon B.

August 1998

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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